Golden Globe für „Aus dem Nichts“ von Regisseur Fatih Akin

Der Independent-Film über Polizeiwillkür und Rassismus «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri» unter der Regie des Iren Martin McDonagh hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen, das deutsche NSU-Drama „Aus dem Nichts“ von Regisseur Fatih Akin wurde bester nicht-englischsprachiger Film.

Trotzdem sahen die meisten auf dem roten Teppich - schwarz, aus Solidarität mit Opfern sexueller Belästigung in Zeiten der #MeToo-Bewegung. Viele Stars nutzen das Rampenlicht zum Protest gegen Sexismus und die

Benachteiligung von Frauen im Showbusiness und anderen Branchen und kamen ganz in Schwarz

gekleidet.

Claire Foy, Schauspielerin:

"Das ist eine Meinungsäußerung und ein Zeichen der Solidarität mit vielen Frauen auf der ganzen Welt. Die meisten Frauen haben schon mal sexuelle Belästigung oder Gewalt oder Missbrauch erlebt. Das ist also nicht irgendeine Modefrage, das ist eine Solidaritätsbekundung.“

Matt Smith, Schauspieler: "Wir sind uns einig, wissen Sie. Und das ist eine gute Sache."

"AUS DEM NICHTS"

„Aus dem Nichts“ ist in diesem Jahr auch der deutsche Oscar-Kandidat.

Akins Thriller erzählt von einem Anschlag in Hamburg, bei dem ein Kurde und dessen Sohn ums Leben kommen. Für ihre Rolle als verzweifelte Ehefrau, die die Schuldigen zur Rechenschaft ziehen will, hatte Kruger im vergangenen Jahr den Darstellerpreis der Filmfestspiele von Cannes gewonnen. Für den 44-jährigen Akin war es die erste Golden-Globe-Nominierung.

Der letzte Film vor „Aus dem Nichts“, der den Auslands-Globe nach Deutschland holte, war 2010 das Schwarz-Weiß-Drama „Das weiße Band“ von Regisseur Michael Haneke.

Die Golden Globe Awards sind jährlich vergebene, renommierte Auszeichnungen für Kinofilme und Fernsehsendungen. Sie wurden dieses Jahr zum 75. Mal verliehen.

Die Preisverleihung wird seit 1944 von der Hollywood Foreign Press Association (HFPA) organisiert.

su mit dpa