Die Goldbeck-Brüder, deren Unternehmen an der Tesla-Fabrik in Grünheide mitbaute, über Elon Musk: "Small Talk war ausgespart"

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Unternehmensgründer Ortwin Goldbeck (2. v. r.) und seine Söhne (von links nach rechts) Joachim Goldbeck, Jörg-Uwe Goldbeck und Jan-Hendrik Goldbeck.
Unternehmensgründer Ortwin Goldbeck (2. v. r.) und seine Söhne (von links nach rechts) Joachim Goldbeck, Jörg-Uwe Goldbeck und Jan-Hendrik Goldbeck.

Die Tesla-Fabrik in Grünheide: Es war ein Auftrag, den das gesamte Familienunternehmen stolz gemacht hat, sowohl Vater und Unternehmensgründer Ortwin Goldbeck als auch seine Söhne Jörg-Uwe und Jan-Hendrik Goldbeck. Goldbeck ist ein deutscher Systembau-Spezialist, der maßgeblich am Bau der Fabrik des Elektroautoherstellers Tesla in Grünheide beteiligt war. In einem Interview mit dem "Handelsblatt" geben die beiden Brüder Jörg-Uwe und Jan-Hendrik Einblick in die Zusammenarbeit mit Tesla-Chef Elon Musk.

"Small Talk war da ausgespart", erzählt Jan-Hendrik Goldbeck über die Gespräche mit Musk. Für den Bau der Tesla-Fabrik hätten die Brüder des Bielefelder Unternehmens immer wieder mit dem CEO gesprochen und ihn zweimal auch getroffen. Er sei immer stark der Sache zugewandt gewesen und hätte keine Zeit verloren, seine Vorstellungen und Pläne in die Tat umzusetzen. In den Telefonaten sei es stets um Fokus und Tempo gegangen, erzählen sie. „Das ist herausfordernd, hat aber zu einem guten Resultat geführt“, sagte Jan-Hendrik Goldbeck.

Den Brüdern habe imponiert, wie konsequent Elon Musk seine Visionen in die Tat umsetzt. "Als Familienunternehmer gehen wir etwas anders an die Dinge heran. Wir sind auf Menschen fokussiert, auf ein langjähriges Vertrauensverhältnis mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern", so Jan-Hendrik. Die Angestellten hätten sehr gute Arbeit in nur kürzester Zeit geleistet.

An der Zusammenarbeit mit Elon Musk fiel den beiden Vorstandsvorsitzenden noch etwas auf: "Der Auftraggeber und die Menschen dahinter waren bereit, Verantwortung in allen Phasen zu übernehmen. Bauen heißt immer konsequent entscheiden. Das ist bei anderen Bauvorhaben ganz anders." Davon könne man hierzulande lernen, denn das bräuchten sie auch als Bauunternehmen. In der Regel dauerten Bauvorhaben sonst bis zu sieben Jahre – mit der Konsequenz, dass am Ende eine bereits veraltete Fabrik entstehen würde.

Der Erfolg Goldbecks

Mit 100 bis 200 Millionen Euro war der Auftrag des US-amerikanischen Unternehmens zwar nicht der größte, dafür aber der schnellste Auftrag in der Geschichte des Unternehmens. Ursprünglich war das 1969 von Ortwin Goldbeck gegründete Unternehmen auf den Bau von Stahlkonstruktionen spezialisiert. Bereits in den frühen Firmenjahren begann die Firma ganze Hallen und Bürogelände zu fertigen, womit Goldbeck in das Dienstleistungsgeschäft aufsteigen sollte. Damit war Goldbeck nicht nur allein für die Errichtung der Gebäude zuständig, sondern betrieb die Bauten auch nach der Fertigstellung. Unter anderem bewirtschafteten sie Parkhäuser. Nach Jahren des stetigen Wachstums übernahm Goldbeck 2019 den französischen Baukonzern GSE. Das Unternehmen verdoppelte damit die Zahl der Angestellten auf über 8.000. Im Geschäftsjahr 2020/2021 erwirtschaftete Goldbeck über 4,1 Milliarden Euro, realisierte dafür über 500 Bauprojekte, darunter Logistik- und Produktionshallen, Parkhäuser und Bürogebäude, sowie Schul-, Sonder- und Wohngebäude.

Und auch weiterhin scheinen die Aussichten des Unternehmens positiv zu sein. Mit dem abgeschlossenen Bauprojekt der Tesla-Fabrik können sie einen deutlichen Gewinn für das laufende Geschäftsjahr erhoffen und sich einer steigenden internationalen Bekanntheit erfreuen. Die Fertigstellung des Projekts habe gezeigt, „dass wir mit den richtigen Teams und den richtigen Partnerunternehmen Ergebnisse erzielen können, von dem aufgrund des engen Zeitplans immer behauptet wird, das gehe so nicht“, so Jan-Hendrik Goldbeck. Doch letztendlich hätten sie das Gegenteil beweisen können und wurden mit ihrem Auftrag sogar 14 Tage vor dem vereinbarten Termin fertig.

jk

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