Goldener EM-Freitag für deutsche Schwimmer

Philip Heintz gewann seine zweite Medaille bei der Kurzbahn-EM in Kopenhagen

Mit einem Doppel-Gold innerhalb von sieben Minuten haben Philip Heintz und Franziska Hentke den Aufschwung des deutschen Schwimmteams bei der Kurzbahn-EM fortgesetzt.

Zuerst stach der Olympiasechste Heintz die Konkurrenz in Kopenhagen taktisch aus, dann reichte der Vizeweltmeisterin Hentke auch eine "nicht so prickelnde" Leistung zur erfolgreichen Titelverteidigung.

"Ich bin hergekommen, um die 200 m Lagen zu gewinnen. Das habe ich geschafft, jetzt bin ich einfach nur happy", sagte Heintz nach seinem Goldrennen in 1:52,41 Minuten.

Der 26-Jährige spielte wie erwartet seine Stärken in den zwei letzten Disziplinen aus und kassierte einen Widersacher nach dem anderen. "Nach der Bruststrecke wusste ich: Du bist der schnellste Kraulschwimmer im Feld, das gewinnst Du!", sagte der Heidelberger, der am Tag zuvor bereits zu Silber über die doppelte Distanz geschwommen war.

Hentke hadert trotz Sieg

Hentke war mit ihrer Siegerzeit (2:03,92) über 200 m Schmetterling nicht glücklich, auch mit ihrem Schwimmstil haderte die Magdeburgerin: "Das war nicht so prickelnd." Allerdings sei ihre Form nur eine Woche nach dem Höhentrainingslager verständlicherweise nicht optimal gewesen: "Deswegen sage ich mir: Gold ist Gold!"

Die zuletzt arg gebeutelten deutschen Schwimmer haben in der Royal Arena von Kopenhagen bereits sechs Medaillen gesammelt und beweisen vier Monate nach dem historischen WM-Debakel von Budapest einen Aufwärtstrend.

Nur um 14 Hundertstelsekunden schrammte Rückenschwimmer Christian Diener im Finale über 100 m als Vierter an einer Medaille vorbei. Fabian Schwingenschlögl, der zum EM-Start mit drei deutschen Rekorden und Platz vier über 50 m Brust geglänzt hatte, zog über die doppelte Distanz in persönlicher Bestzeit (56,87) als Fünfter in den Endlauf ein.

Koch patzt über 100 m Brust

Im Halbfinale, das der Russe Kirill Prigoda in Europarekordzeit (56,02) gewann, fehlte überraschend Marco Koch.

Der Kurzbahn-Weltmeister über diese Strecke war im Vorlauf am Vormittag auf Rang 18 ausgeschieden, nachdem er über über 200 m Brust am Donnerstag noch Silber gewonnen hatte. "Da merkt man dann doch, dass die Substanz fehlt", sagte der Darmstädter, den kurz vor der EM ein Magen-Darm-Virus flach gelegt hatte.

Florian Wellbrock musste derweil wegen eines fiebrigen Infekts auf seinen Startplatz im 1500-m-Freistilfinale notgedrungen verzichten. Jessica Steiger schied im Halbfinale über 100 m Brust als Zwölfte aus. Bereits in der ersten Runde war für den 50-m-Freistilschwimmer Damian Wierling Endstation gewesen.

Für einen Weltrekord sorgte am Freitag die niederländische Freistilstaffel der Frauen bei ihrem Sieg über 4x50 m in 1:33,91 Minuten.