Gold: Die Kapitulation der Spekulanten

Markus Bußler
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Gold: 1.500 Dollar – noch in diesem Jahr?

Der Goldpreis kann sich zumindest leicht erholen. Das Edelmetall konnte die Marke von 1.200 Dollar bislang verteidigen – zuletzt hat der Goldpreis bei 1.205 Dollar gedreht. Die große Frage ist: War´s das, oder starten die Bären einen neuen Anlauf, um Gold doch noch einmal unter diese psychologisch wichtige Marke zu drücken?

Zunächst einmal zur Erinnerung: Im Frühjahr hat das Edelmetall noch mit der Marke von 1.300 Dollar geflirtet, bevor es deutlich bergab gegangen ist. Die wichtige Unterstützungszone bei 1.240 Dollar und die 200-Tage-Linie, die damals noch bei 1.236 Dollar verlaufen ist, konnten aber nicht verteidigt werden. Allerdings sprachen die COT-Daten damals auch noch gegen eine große Trendwende. Die großen Spekulanten waren noch mit rund 150.000 Kontrakten netto long auf den Goldpreis. Und das ist bestenfalls eine neutrale Positionierung.

Spekulanten flüchten in Shortpositionen

Mittlerweile hat sich viel getan: Der COT-Bericht von Freitag vergangener Woche, der sich auf den vorangegangenen Dienstag bezieht, zeigt, dass die großen Spekulanten die Flinte ins Korn geworfen haben. Die Netto-Longposition fiel auf nur noch 60.260 Kontrakte. Besonders auffallend: Die Hedge-Fonds haben massiv Shorts aufgebaut. Die Commercials haben im Gegenzug die Anzahl der Netto-Shortkontrakte deutlich auf nur noch 73.916 Kontrakte reduziert. Ein genauerer Blick zeigt: Die Swap-Dealer, also die Banken, sind auf die Longseite gewechselt. Ein Bild, das man seit Januar 2016 nicht mehr gesehen hat.

Die Chancen auf eine große Trendwende stehen von dieser Seite also deutlich besser als noch vor vier Wochen. Aber: Der Chart ist (noch) angeschlagen. Die 200-Tage-Linie ist zwar überwunden worden, aber sie ist nach wie vor fallend. Die großen Aufgaben warten auf die Bullen bei 1.240 und später beim langfristigen Abwärtstrend, der sich aktuell bei 1.263 Dollar befindet. Hier haben die Bären eine vielleicht letzte Chance, eine wirkungsvolle Attacke zu starten. Ein Schluss auf Wochenbasis über dem langfristigen Abwärtstrend wäre hingegen ein starkes Zeichen der Bullen.