Effenberg: Gnade für Nagelsmann ein "Mega-Skandal"

Stefan Effenberg äußert scharfe Kritik am Umgang mit Julian Nagelsmann

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht nach dem Flaschenwurf von Julian Nagelsmann von einer Strafe ab - der ehemalige Bundesliga-Star Stefan Effenberg findet das ungeheuerlich. 

Nagelsmann hatte beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag versehentlich einen Zuschauer mit einer Plastikflasche am Kopf getroffen. "Das wird jetzt so lapidar hingestellt nach dem Motto: 'Das kann passieren' oder 'Der Frust ist verständlich' ", kritisierte Effenberg in seiner Kolumne für t-online.de und legte nach: "Für mich ist das ein Mega-Skandal."

Nagelsmann hatte sich bei dem Fan und auch öffentlich entschuldigt und war vom DFB lediglich abgemahnt worden. 

Bonus für Nagelsmann

Der Vorfall habe ihn an eine Aktion von Paolo Guerrero erinnert, der als Spieler des HSV einem Fan 2010 ebenfalls eine Flasche an den Kopf geworfen hatte - allerdings mit voller Absicht. Auch wenn die Situation nicht ganz vergleichbar sei: "Da war es ein Unding, ein Skandal. Er wurde suspendiert, hat eine fette Geldstrafe von 100.000 Euro bekommen."

Effenberg vermutet, dass die Milde im Umgang mit Nagelsmann an dessen Person liege: "Man sieht daran, wie mit zweierlei Maß gemessen wird. Da hat Julian Nagelsmann Glück, dass die schützende Hand drüber gehalten wird. Er ist der Junge, der Unverbrauchte, der Schlagzeilen liefert. Deshalb hat er diesen Bonus." In so einer Situation dürfe es aber null Bonus geben. "Das ist schon krass und gibt zu denken."

Effenberg war als Spieler selbst kein Kind von Traurigkeit.

In Erinnerung ist vor allem sein "Stinkefinger" Richtung deutsche Fans bei der WM 1994 in den USA.