Glyphosat-Lobby „tief enttäuscht“ über EU-Entscheidung

Nach der erneuerten Zulassung für den Unkrautvernichter Glyphosat laufen Naturschützer Sturm. Doch auch die Glyphosat-Lobby ist „tief enttäuscht“. Ihr geht die Verlängerung nicht weit genug.


Europäische Bauern dürfen den Unkrautvernichter Glyphosat weitere fünf Jahre auf ihre Felder sprühen: Dennoch hat die Lobby-Organisation der Glyphosat-Hersteller, die Glyphosate Task Force (GTF), „tief enttäuscht“ auf die Entscheidung der EU-Länder vom Montag reagiert.

Die EU-Kommission hatte mitgeteilt, in einer Abstimmung hätten sich genügend Mitgliedsländer für die Erneuerung der Glyphosat-Zulassung um fünf Jahre ausgesprochen. Sie werde das Votum vor dem Ablauf der bisherigen Genehmigung Mitte Dezember umsetzen.

Doch der Herstellervereinigung GTF geht das nicht weit genug: Der Genehmigungszeitraum von fünf Jahren sei eine „diskriminierende Entscheidung“ und entspreche nicht der wissenschaftlichen Bewertung des Wirkstoffes. Vielmehr sei die Entscheidung „das Resultat einer fehlgeleiteten öffentlichen Meinung und von politischer Einflussnahme.“


Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat der Verlängerung für Glyphosat zugestimmt und damit die geschäftsführende Bundesregierung in eine Krise gestürzt. Das Pflanzenschutzmittel darf daher weiter ohne große Beschränkungen in der Europäischen Union eingesetzt werden.

Bislang hatte sich Deutschland jedoch immer enthalten, da die SPD und Umweltministerin Barbara Hendricks eine andere Auffassung zu dem Mittel vertritt