Globale Zement- und Betonindustrie stellt Plan zur Erreichung bahnbrechender „Netto-Null"-CO2-Emissionen bis 2050 vor

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- Ein Meilenstein auf dem Weg dahin ist die Verpflichtung, die CO2-Emissionen bis 2030 um ein Viertel zu senken

  • Führende Hersteller aus der ganzen Welt (die 80 % der Gesamtproduktion außerhalb Chinas repräsentieren) treffen sich, um ihre Verpflichtung zu bekräftigen, bis zum Jahr 2050 emissionsfreien Beton zu produzieren, und vereinbaren als ehrgeiziges Zwischenziel die Vermeidung von 5 Milliarden Tonnen CO2-Emissionen bis 2030

  • Diese Verpflichtung bedeutet eine erhebliche Beschleunigung der Dekarbonisierung dieser Branche

  • Es handelt sich um einen wichtigen Schritt zur Eliminierung des CO2-Fußabdrucks von Beton – dem weltweit am häufigsten verwendeten, von Menschen hergestellten Material

  • Die Industrie fordert politische Entscheidungsträger, Regierungen und multilaterale Organisationen auf, mit Reformen des öffentlichen Beschaffungswesens, angemessenen Kohlenstoffpreismechanismen, Rechtsvorschriften zur Unterstützung einer Kreislaufwirtschaft und der Entwicklung neuer Technologien ihren Beitrag zu leisten

LONDON, October 12, 2021--(BUSINESS WIRE)--Vierzig der weltweit führenden Zement- und Betonhersteller sind heute zusammengekommen, um die Umstellung auf umweltfreundlicheren Beton zu beschleunigen, indem sie sich verpflichten, die CO2-Emissionen bis 2030 um weitere 25 % zu senken. Dies ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum „Netto-Null-Beton" bis 2050.

Diese Pressemitteilung enthält multimediale Inhalte. Die vollständige Mitteilung hier ansehen: https://www.businesswire.com/news/home/20211012006010/de/

Dieser Schritt der Mitglieder des Weltverbandes der Zement- und Betonindustrie (Global Cement and Concrete Association, GCCA), der Unternehmen aus Nord- und Südamerika, Afrika, Asien (einschließlich Indien und China) und Europa vereint, stellt die bisher bedeutendste globale Verpflichtung einer Branche zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen dar. Zuvor wurde während der New Yorker Klimawoche im September bekannt gegeben, dass sich die GCCA als erster globaler Beschleuniger der Schwerindustrie für den globalen „Race to Zero" der UN positioniert hat. Auf die GCCA-Mitglieder, zu denen auch einige chinesische Großhersteller gehören, entfallen 80 % des weltweiten Volumens der Zementindustrie außerhalb Chinas.

Die GCCA hat einen detaillierten Plan veröffentlicht, der den Weg der Branche zur vollständigen Dekarbonisierung bis 2050 aufzeigt – ein Ziel, das mit dem Pariser Abkommen zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 °C auf einer Linie liegt. Durch die Maßnahmen des Plans werden bis 2030 im Vergleich zu einem Business-as-usual-Szenario fast 5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff1 vermieden, was den CO2-Emissionen von fast 15 Milliarden Passagierflügen von Paris nach New York2 entspricht.

Mit 14 Milliarden Kubikmetern3, die jedes Jahr für den Bau von Straßen, Brücken, Tunneln, Häusern, Wasserkraftwerken und Hochwasserschutzanlagen hergestellt werden, ist Beton das am häufigsten verwendete Material auf dem Planeten. Beton ist ein grundlegendes Element des Bauwesens, denn kein anderes Material ist so widerstandsfähig, stark und weit verbreitet. Die Produktion von Zement, dem Hauptbestandteil von Beton, ist für rund 7 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Die neue Verpflichtung der GCCA für 2030 sieht eine deutliche Beschleunigung der Dekarbonisierung der Branche vor.

Der Plan zur Erreichung dieses Ziels basiert auf einem Sieben-Punkte-Plan, der ehrgeizige, aber realisierbare Maßnahmen vorsieht, um die Menge an CO2-intensivem Klinker in Zement zu reduzieren, den Einsatz fossiler Brennstoffe bei der Herstellung deutlich zu verringern und Innovationen bei Produkten, Prozesseffizienz und bahnbrechenden Technologien, einschließlich der Kohlenstoffabscheidung, zu beschleunigen.

Die GCCA hat ein ehrgeiziges Programm für ihre Mitglieder aufgestellt, fordert aber auch Regierungen, Planer und Bauunternehmer auf, ihren Teil dazu beizutragen, indem sie die richtigen politischen Maßnahmen ergreifen und Investitionen tätigen, um den globalen Wandel der Branche zu unterstützen. Dazu gehören die verstärkte Entwicklung kritischer Technologien wie z. B. Kohlenstoffabscheidung und -speicherung sowie Reformen der Beschaffungspolitik für öffentliche Aufträge, um die Verwendung von kohlenstoffarmen Zement- und Betonprodukten zu fördern. Politische Reformen und die Förderung kohlenstoffarmer Produkte können viel bewirken, da fast 60 % des weltweiten Zement- und Betonbedarfs auf die öffentliche Infrastruktur entfallen.

Thomas Guillot, GCCA Chief Executive, erklärte: „Beton ist das weltweit am häufigsten verwendete Baumaterial und bildet die Grundlage für die Umstellung auf erneuerbare Energien, eine widerstandsfähige Infrastruktur und neue Häuser auf der ganzen Welt."

Er fuhr fort: „Die globale Zusammenarbeit bei der Dekarbonisierung von Beton ist eine Notwendigkeit, da die Länder, die ihre Infrastruktur und ihren Wohnraum ausbauen, in den kommenden Jahrzehnten die größten Nutzer von Beton sein werden. Ich bin stolz darauf, dass unsere Mitglieder heute die Verpflichtung eingegangen sind, entschlossene Maßnahmen zu ergreifen und die Dekarbonisierung der Industrie bis 2030 zu beschleunigen – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum endgültigen Ziel von „Netto-Null-Beton". Ich stelle mir eine Welt in nicht allzu ferner Zukunft vor, in der das Fundament einer nachhaltigen, kohlenstofffreien Weltwirtschaft buchstäblich mit grünem Beton gelegt wird."

„Regierungen auf der ganzen Welt müssen jetzt mit uns zusammenarbeiten und ihre enorme Beschaffungsmacht nutzen, um sich für kohlenstoffarmen Beton in ihrer Infrastruktur und ihrem Wohnungsbedarf einzusetzen. Wir benötigen ihre Unterstützung bei der Änderung von Vorschriften, die die Verwendung von Recyclingmaterialien einschränken und den Übergang zu einer kohlenstoffarmen und kreislauforientierten Wirtschaft behindern", schloss Guillot.

Die Mitgliedsunternehmen der GCCA sind in fast allen Ländern der Welt tätig. Der weltweite Zement- und Betonmarkt hat einen Wert von 440 Milliarden Dollar4 pro Jahr und unterstützt einen breiten Bausektor, der 13 % des weltweiten BIP5 ausmacht. Zu den Mitgliedern der Vereinigung gehören Unternehmen wie CEMEX, CNBM, CRH, HeidelbergCement, Holcim und Votorantim. Die Branche hat im vergangenen Jahr angekündigt, dass sie bis 2050 eine vollständige Dekarbonisierung anstrebt, und stellte heute ihren Plan zur Erreichung dieses Ziels vor.

António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, kommentierte: „Ich lade alle Zementhersteller ein, sich an diesem wichtigen Projekt zu beteiligen. Die Transformationskosten sollten nicht nur von den Vorreitern getragen werden. Ich rufe alle Regierungen und relevanten Akteure dazu auf, die öffentliche und private Finanzierung und das Beschaffungswesen aufeinander abzustimmen, um starke Märkte für eine auf Netto-Null-Emissionen ausgerichtete Industrieproduktion zu schaffen und nationale sektorale Pläne für Netto-Null-Emissionen zu entwickeln. Drei Viertel der Infrastruktur, die im Jahr 2050 zur Verfügung stehen soll, müssen erst noch gebaut werden. Wenn wir jetzt keine überzeugenden Maßnahmen ergreifen, werden künftige Generationen keinen lebenswerten Planeten haben, auf den sie aufbauen können. Die Vereinten Nationen sind bereit, Sie bei der Beschleunigung des Wandels in Ihrer Branche zu unterstützen."

Cao Jianglin, CEO von China National Building Material Company Ltd (CNBM), erklärte: „Dies ist ein Meilenstein für die Zusammenarbeit der Branche bei der Dekarbonisierung. Als Teil einer globalen Industrie ist dafür die Zusammenarbeit innerhalb unseres Sektors erforderlich. Als einer der führenden Zement- und Betonhersteller in China werden wir unseren Beitrag zur Dekarbonisierung der Branche leisten."

Albert Manifold, GCCA President und Group Chief Executive von CRH plc, ergänzte: „Dieser Plan ist ein klares Bekenntnis zu einem positiven Wandel in unserer Branche und wird es uns ermöglichen, den Übergang zu einer Netto-Null-Produktion nachhaltig zu gestalten und gleichzeitig die Gesellschaft weiterhin mit dem Beton zu versorgen, den sie für Wachstum und Wohlstand benötigt."

Die GCCA Global Net Zero Roadmap ist hier abrufbar. Der weltweite Start fällt mit der Veröffentlichung eines Plans für die USA durch die Portland Cement Association (PCA) für Kohlenstoffneutralität6 zusammen.

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1 Der von der GCCA vorgelegte Plan sieht vor, bis 2030 insgesamt 4,9 Milliarden Tonnen Kohlenstoff einzusparen (Berechnung des GCCA-Plans).

2 Die ICAO berechnet den Kohlenstoff-Fußabdruck eines Fluges zwischen CDG und JFK mit 333,6 kg [Link], folglich entspricht die Einsparung von 5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff 14,9 Milliarden Passagierflügen.

3 Entspricht einer Menge von 32 Milliarden Tonnen Beton

4 Weltweiter Zement- und Betonmarkt im Wert von 439,2 Milliarden Dollar [Link]

5 McKinsey Global Institute, Reinventing Construction [Link]

6 Die GCCA arbeitet mit einer Reihe von nationalen und regionalen Zement- und Betonverbänden auf der ganzen Welt zusammen, von denen viele bereits länderspezifische oder globale regionale Netto-Null-Pläne angekündigt haben oder daran arbeiten, darunter Großbritannien, Europa, Lateinamerika und die USA.

Die „GCCA Roadmap to Net Zero" beinhaltet einen Sieben-Punkte-Plan zur Reduzierung der Emissionen um weitere 25 % im nächsten Jahrzehnt. Die Punkte im Einzelnen:

  1. Verstärkte Substitution von Klinker: Die Industrie wird weiterhin Klinker, den Hauptbestandteil von Portlandzement, durch Zusatzstoffe wie Flugasche (ein Nebenprodukt der Energiewirtschaft), gemahlenen Hüttensand (ein Nebenprodukt der Stahlherstellung), kalzinierte Tone, ungebrannten und gemahlenen Kalkstein oder recycelten Feinbeton ersetzen. Die meisten dieser Materialien werden seit langem in der Branche verwendet und haben bereits dazu beigetragen, den CO2-Fußabdruck sowohl von Zement als auch von Beton zu verringern – auf dem britischen Markt wird beispielsweise 26 % Klinker ersetzt [Link]. Der Plan enthält die Verpflichtung, die Substitution von Klinker weiter zu erhöhen, und die GCCA wird bewährte Verfahren aus der ganzen Welt austauschen, um die Verwendung von Klinker zu beschleunigen.

  2. Reduzierung der fossilen Brennstoffe und verstärkte Nutzung alternativer Brennstoffe: Aufbauend auf ihrer Erfolgsbilanz, die eine fast zehnfache Steigerung des Einsatzes alternativer Kraftstoffe seit 1990 (GNR) [Link] aufweist, will die Branche den Einsatz fossiler Kraftstoffe an jedem Punkt der Liefer- und Produktionskette reduzieren und den von der Gesellschaft produzierten Abfall als intelligente und umweltfreundlichere Alternative zu fossilen Kraftstoffen wiederverwenden. Um die Abhängigkeit von konventionellen Brennstoffen zu verringern, erwartet die GCCA, dass alternative Brennstoffe bis 2030 etwa 22 % des weltweiten Energieverbrauchs in Zementöfen abdecken.

  3. Investitionen in Technologie und Innovation: Die GCCA will Innovation durch ihr globales Forschungsnetzwerk Innovandi vorantreiben – zu den Forschungsthemen zählen Betonchemie und Ofentechnologien. Dazu gehören 75 Partner bei Innovandi und ein globaler Innovationswettbewerb, der Start-ups mit GCCA-Mitgliedsunternehmen zusammenbringt, um die Einführung vielversprechender Technologien zu beschleunigen.

  4. Neue chemische Verfahren (Alternativen zu Portlandzementklinker) und Komponenten für die Zement- und Betonherstellung: Innovative Zemente, die sowohl neue Klinkerersatzstoffe als auch neue Klinkersorten und neue Betonmischungen umfassen, spielen eine wichtige Rolle im Plan – zahlreiche vielversprechende Ansätze befinden sich bereits in der Forschungs- oder Entwicklungsphase.

  5. Entwicklung der Infrastruktur für die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von Kohlenstoff (Carbon Capture, Usage and Storage, CCUS): Die GCCA-Mitglieder werden auf den Erkenntnissen aus ihren bestehenden CCUS-Pilotprojekten in Nordamerika, Indien, China und Europa aufbauen. Die Industrie hat sich verpflichtet, bis 2030 zehn Anlagen zur Kohlenstoffabscheidung im industriellen Maßstab zu errichten.

  6. Höhere Effizienz bei der Planung und Verwendung von Beton im Bauwesen: Die GCCA wird die Zusammenarbeit mit der Bauindustrie, Designexperten und politischen Entscheidungsträgern intensivieren, um einen Rahmen für die Planung und Beschaffung zu entwickeln, der die effiziente Nutzung von Ressourcen und Produkten, die Verwendung von wiederaufbereitetem und recyceltem Material, die Wiederverwendung von Elementen und die Verlängerung der Lebensdauer ganzer Projekte fördert.

  7. Schaffung eines politischen Rahmens zur Erreichung von Netto-Null-Beton: Um bis 2050 das Ziel von Netto-Null-Beton zu erreichen, bittet die weltweite Beton- und Zementindustrie die politischen Entscheidungsträger um Unterstützung:

  • Festlegung eines kohärenten und angemessenen globalen Preissystems für Kohlenstoff, um gleiche Wettbewerbsbedingungen bei den Kohlenstoffkosten zu schaffen, die Ausleitung von Kohlenstoff zu vermeiden und einen geordneten Übergang zu einer Netto-Null-Wirtschaft zu gewährleisten

  • Unterstützung kohlenstoffarmer Produktionstechnologien wie z. B. die Nutzung und Speicherung von Kohlenstoffabscheidung durch ihre Einbeziehung in öffentliche Finanzierungsmechanismen und die faire Anerkennung aller Technologien zur Kohlenstoffabscheidung

  • Schaffung einer Marktnachfrage nach kohlenstoffarmen Produkten in Bauvorschriften und im öffentlichen Auftragswesen

  • Entwicklung der Infrastruktur und der politischen Maßnahmen, die für die Entwicklung von Richtlinien für grüne Energie und Abfall zur Förderung der Kreislaufwirtschaft erforderlich sind

Informationen über Beton und Zement:

  • Die Beton- und Zementbranche war einer der ersten Industriezweige, der Kohlenstoffemissionen in seinen Berichten auswies, und konnte diese seit 1990 bereits um ein Fünftel senken.

  • Der Unterschied zwischen Zement und Beton: Beton ist das fertige Material, aus dem Gebäude, Brücken und Infrastrukturen bestehen. Zement ist der „Klebstoff", der die Zuschlagstoffe im Beton zusammenhält.

  • Zu den Ländern, die derzeit die Verwendung von Beton mit recycelten Inhaltsstoffen anstelle von „Klinker" einschränken, gehören Indien, die Türkei sowie mehrere US-Bundesstaaten.

Über die GCCA

Die im Januar 2018 gegründete Global Cement and Concrete Association (GCCA) widmet sich dem Ziel, den Beitrag des Sektors zu nachhaltigem Bauen zu entwickeln und zu stärken. Die GCCA ist bestrebt, in Zusammenarbeit mit Industrieverbänden sowie Architekten, Ingenieuren und Innovatoren Innovationen in der gesamten Wertschöpfungskette des Bauwesens zu fördern. Auf diese Weise zeigt der Verband, wie Betonlösungen den globalen Herausforderungen des Bauwesens und den Zielen der nachhaltigen Entwicklung gerecht werden können, und demonstriert gleichzeitig eine verantwortungsvolle industrielle Führungsrolle bei der Herstellung und Verwendung von Zement und Beton. Der Hauptsitz der GCCA befindet sich in London, England. Die GCCA ergänzt und unterstützt die Arbeit der Verbände auf nationaler und regionaler Ebene.

Die Ausgangssprache, in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle und autorisierte Version. Übersetzungen werden zur besseren Verständigung mitgeliefert. Nur die Sprachversion, die im Original veröffentlicht wurde, ist rechtsgültig. Gleichen Sie deshalb Übersetzungen mit der originalen Sprachversion der Veröffentlichung ab.

Originalversion auf businesswire.com ansehen: https://www.businesswire.com/news/home/20211012006010/de/

Contacts

Paul Adeleke
Communications and Policy Director, GCCA
Paul.adeleke@gccassociation.org

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