Globale Automotive Mobility Studie von Arthur D. Little zeigt Unsicherheit im Markt auf

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Die wichtigsten Ergebnisse sind:

- Die Gesamtnachfrage nach Fahrzeugen ist gesunken, dabei spielen Umweltaspekte eine wesentliche Rolle

- Autofahrer erwägen zunehmend den Umstieg auf Elektrofahrzeuge, aber Fahrzeugauswahl und vorhandene Infrastruktur bleiben ein Thema

- Die Begeisterung für autonome Fahrzeuge ist abgeschwächt, China bleibt positiv eingestellt

- Chinesische Verbraucher stehen neuen Mobilitätsdiensten und E-Fahrzeugen deutlich positiver gegenüber als der Rest der Welt

- Hersteller müssen Veränderungen in der Fahrzeugnachfrage und im Besitzerprofil besser antizipieren

Arthur D. Little (ADL) hat heute die dritte Ausgabe seiner Global Automotive Mobility Study veröffentlicht. Die Studie mit dem Titel "The Future of Automotive Mobility" basiert auf einer weltweiten Befragung von über 8.500 Endkunden in 13 Ländern und zeigt, dass sich die globalen Automobilmärkte derzeit an einem Scheideweg befinden. Während die Studie feststellt, dass der Verbrennungsmotor immer noch den Markt dominiert, wägen viele Fahrzeugbesitzer die Vor- und Nachteile eines Umstiegs auf Elektrofahrzeuge ab - infolgedessen herrscht Unsicherheit darüber, wohin und mit welcher Geschwindigkeit sich der Automobilsektor bewegt.

Während die letzte Global Automotive Mobility Study von ADL im Jahr 2018 eine "Business as usual"-Branche darstellte, die gerade erst ihre ersten Schritte in Richtung Elektroantrieb macht, sieht die Mobilitätslandschaft drei Jahre später deutlich anders aus. Beispielsweise haben sich sowohl die Nachfrage nach Autos als auch die Bedeutung des Autobesitzes dramatisch verändert. Während die COVID-19-Pandemie den Schutz und die Unabhängigkeit, die ein privates Auto bietet, hervorgehoben hat, erwägt gleichzeitig eine signifikante Anzahl von Menschen, ihr Auto aus Umweltgründen aufzugeben und alternative Mobilitätslösungen zu nutzen. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Autoindustrie ist mit 2% deutlich geringer als in der letzten ADL-Studie vorhergesagt.

Die Studie zeigt auch, dass die Abkehr von benzin- und dieselbetriebenen Fahrzeugen real ist und weiter zunimmt. Gefragt nach ihrem nächsten Fahrzeug, favorisierten 29% der Teilnehmer ein Hybridprodukt, während 12% den Umstieg auf ein reines Elektrofahrzeug (EV) in Erwägung ziehen. Und wenn etablierte Marken kein EV-Angebot bereitstellen, sind viele ihrer Kunden bereit, zu anderen Herstellern zu wechseln. Das Marktwachstum wird jedoch sowohl durch die begrenzte Modellpalette als auch durch eine unausgereifte Ladeinfrastruktur behindert, da die Reichweite der Fahrzeuge immer noch von der Verfügbarkeit öffentlicher Ladestationen abhängt.

Eines der faszinierendsten Ergebnisse der Studie ist die Entwicklung Chinas zu einem "Spezialmarkt" mit deutlich anderen Verbraucheransichten als im Rest der Welt. Während beispielsweise die Begeisterung über selbstfahrende autonome Fahrzeuge in Europa und den USA aufgrund von Sicherheitsbedenken nachgelassen hat, stehen 71 Prozent der chinesischen Autofahrer der Nutzung solcher Fahrzeuge weiterhin positiv gegenüber. Sie sind auch experimentierfreudiger, wenn es darum geht, neue Antriebe, Mobilitätsdienste und sogar alternative Kaufoptionen auszuprobieren. 71 % der Autofahrer in China wären bereit, ein Auto komplett online zu kaufen, gegenüber 35 % in Europa und 42 % in den USA. Angesichts der Größe des chinesischen Binnenmarktes könnten diese Einstellungen erhebliche Auswirkungen auf die globale Automobilindustrie haben.

Dr. Klaus Schmitz, Mitautor der Studie und Partner in der Automotive and Manufacturing Practice von ADL, kommentiert: "Die globale Automobilindustrie ist zwar nicht gerade in Aufruhr, aber die Ergebnisse dieser Studie deuten definitiv auf erhebliche Turbulenzen hin, sowie auf eine Unsicherheit über die Geschwindigkeit und Ausrichtung des Marktes. Etablierte Trends treffen auf neue, aufkommende Trends, was unweigerlich zu einem Zustand des Wandels geführt hat. Wir sind der Meinung, dass die Branche vor vier großen marktbezogenen Herausforderungen steht: Wie können Veränderungen in der Fahrzeugnachfrage und im Besitzprofil besser antizipiert werden; wie kann der Übergang zur Elektromobilität besser gestaltet werden; wie kann das Segment der Mobilitätsdienstleistungen profitabel wachsen; und wie kann die neue Wertschöpfungskette optimiert werden."

Wolf-Dieter Hoppe, Mitautor der Studie und Partner in der Automotive and Manufacturing Practice von ADL, ergänzt: "Angesichts der Unsicherheit in der Branche muss die Automobilindustrie ein besseres Verständnis für die Prioritäten des modernen Fahrers entwickeln, wenn sie das Potenzial des elektrischen Antriebs voll ausschöpfen und den Bedenken gegenüber autonomen Fahrzeugen begegnen will. Dies erfordert eine Bewertung der aktuellen Investitionen und eine fundierte Berechnung, wie die Märkte und die Wertschöpfungskette in zehn Jahren aussehen werden. Für die Hersteller, die das richtig machen, werden sich erhebliche Chancen ergeben."

Die Studie steht hier www.adlittle.com/TheFutureofAutomotiveMobility zum Download bereit.

Originalversion auf businesswire.com ansehen: https://www.businesswire.com/news/home/20210211005052/de/

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