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Global Poker Awards verliehen

Global Poker Awards verliehen
Global Poker Awards verliehen

Die Bezeichnung der Veranstaltung darf durchaus kritisch betrachtet werden, denn einmal mehr wurde sehr deutlich, dass für die Organisatoren die Pokerszene außerhalb der Vereinigten Staaten so gut wie keine Rolle spielt.

27 Awards verliehen

Insgesamt wurden gestern 27 Awards vergeben, einer davon ging an GGPoker Ambassador Kevin Martin aus Kanada in der Kategorie „Best Streamer“, einer an James Hartigan aus Irland als „Best Broadcaster“. Und dann zeichneten noch die Top 100 des GPI Rankings den Briten Stephen Chidwick mit dem Award „Player‘s Choice for Toughest Opponent“ aus. Die restlichen Preisträger kommen allesamt aus den USA.

Es bestünde zum Beispiel die Möglichkeit, neben dem „GPI Player of the Year“ auch die besten Spieler der einzelnen Kontinente zu ehren, um für etwas mehr internationalen Flair zu sorgen. Die Rankings werden schließlich geführt und sind auf der GPI Homepage für jeden einsehbar.

Stattdessen gewann Phil Ivey den erstmals vergebenen Award als „Best Comeback Player“. Dass hier ein Spieler geehrt wurde, der in den drei Seasons zuvor (2018, 2019 und 2021) nicht in den Top 1.000 des GPI PoY Rankings zu finden war, wirkte wie auf Ivey zugeschnitten. 2022 wurde er immerhin für drei Wochen auf Platz 25 geführt.

Fragwürdige Auszeichnungen

Diskussionswürdig ist auch die neu eingeführte Kategorie „Rising Star in Content Creation“. Vor allem wenn man bedenkt, dass es bereits „Best Podcast“, „Best Streamer“, „Best Vlogger“ und „Best Twitter Personality“ gibt, die den Bereich Social Media mehr als genug abdecken. Die Nominierten kamen zudem allesamt aus den USA, und den Award bekam schließlich Caitlin Comesky, deren Bekanntheitsgrad in der restlichen Pokerwelt überschaubar sein dürfte.

Auf der anderen Seite wundert es, dass zum Beispiel erneut kein Award nach Brasilien gegangen ist, einem Land, das seit Jahren einen unfassbaren Pokerboom erlebt. Tatsächlich war Alejandro Lococo aus Argentinien sogar der einzige Spieler aus Südamerika, der in der Kategorie „GPI Breakout Player“ überhaupt auf einer Nominierungsliste stand.

Dabei gab es auch Auszeichnungen, die nachvollziehbar sind. Dass Dan Cates die Kategorie „Best Final Table Performance“ gewonnen hat und Jack Effel von der WSOP als „Best Industry Person“ ausgezeichnet wurde, ist mehr als berechtigt. Wenn aber schon Jahr für Jahr neue Kategorien eingeführt werden, sollte man auch über den Tellerrand der USA hinausblicken.

Wenn nicht, wird auch die 5. Ausgabe der GPI Awards für den Rest der Welt als eine Veranstaltung wahrgenommen, bei der sich die US-Pokerszene, zusammen mit ein paar internationalen Gästen, abfeiert.