Warum GlaxoSmithKline im Oktober fast 10 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung verloren hat

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

Was ist passiert?

Die Aktien des britischen Pharma-Giganten GlaxoSmithKline (WKN:940561) stürzten im Oktober nach Angaben von S&P Global Market Intelligence ab und verloren dabei fast 10 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung. Schuld an dem Rückgang scheint das schwächer als erwartete operative Ergebnis des dritten Quartals und eine große Akquisition zu sein.

Und weiter?

Der primäre Grund dafür waren die enttäuschenden Quartalszahlen. Auf konstanter Währungsbasis stiegen die Pharmaumsätze nur leicht um 2 %, die Impfstoffumsätze stagnierten und die Sparte Gesundheit wuchs um 2 %. Dies entspricht einer Umsatzsteigerung von nur 2 %, wobei die Umsätze in Europa sogar rückläufig sind. Das Unternehmen verwies auf ein starkes Wachstum bei neuen Produkten, wies aber auf Veräußerungen und die Konkurrenz durch Generika hin. Davon abgesehen entsprach der Umsatz von GSK den Erwartungen der Wall Street.

Leider verfehlte das Unternehmen seinen Gewinnausblick um etwa 20 %, der bereinigte Betriebsgewinn stieg währungsbereinigt um 5 % und der bereinigte Gewinn pro Aktie um 5 % gegenüber dem Vorjahr. Das Ungemach der Anleger konzentriert sich auf einen Anstieg um 11 % bei den Forschungs- und Entwicklungskosten und eine Erhöhung um 3 % bei den Vertriebskosten.

Zusätzlich zu dem enttäuschenden Quartalsbericht gab GSK auch bekannt, dass man ein Angebot für Pfizers (WKN:852009) Abteilung Consumer-Health in Erwägung ziehe. Sollte diese Übernahme über die Bühne gehen, dann würde sie das Angebot von GSK im Bereich Gesundheitsvorsorge deutlich ausbauen. Darüber hinaus würde dieser Kauf für zehn Milliarden US-Dollar moderates Wachstum und solide Preissetzungsmacht mit sich bringen. Eine derart große Übernahme könnte die Rendite von 5 % allerdings gefährden. Die Dividende von GSK ist vielleicht der wichtigste Grund, die Aktie überhaupt zu besitzen.

Wie geht es jetzt weiter?

Ich muss zugeben, dass der Kauf von Pfizers Consumer-Health-Abteilung ein wenig verwirrend ist, wenn man bedenkt, dass GSK bereits im Jahr 2015 eine umfassende Reorganisation vollzogen hat. Im Rahmen eines dreiteiligen Tauschgeschäfts mit Novartis schloss GlaxoSmithKline den Ausstieg aus der Onkologie-Sparte ab, stärkte das Impfstoffsegment und gründete ein Joint Venture mit Novartis im Bereich Consumer-Health. Obwohl GSK mehr als die Hälfte seines Umsatzes mit Pharmazeutika erzielt, und die Investoren üblicherweise ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den operativen Segment und dem Umsatz sehen wollen, stellt man sich doch ein paar Fragen. Immerhin ist die Sparte von Pfizer ein Segment mit langsamem Wachstum.

Es gibt aber auch einen Lichtblick. Die neueste Generation der Beatmungsgeräte und HIV- Produkte verkauft sich sehr gut. Breo Ellipta erzielte ein währungsbereinigtes Wachstum von 43 %, Anoro Ellipta ein Umsatzwachstum von 57 %, während die HIV-Therapien, Tivicay und Triumeq, gegenüber der Vorjahresperiode ebenfalls ein Umsatzwachstum von 41 % bzw. 29 % verzeichneten.

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The Motley Fool hält keine der oben erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 08.11.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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