Auch Gladbecker Geiselnehmer Rösner will zurück in die Freiheit

Vor dem Landgericht Berlin beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder einer 19-Jährigen. Alexander H. soll im Mai versucht haben, die Freundin seiner Verlobten in einem Waldstück zu vergewaltigen, und sie dann erstochen haben

Der zweite Gladbecker Geiselgangster Hans-Jürgen Rösner will einem Bericht zufolge eine Therapie machen, um die Voraussetzungen für eine mögliche Haftentlassung zu schaffen. "Herr Rösner hat sich entschieden, im November mit einer Therapie zu beginnen", sagte Reina Blikslager, Leiterin der Justizvollzugsanstalt (JVA) Aachen, dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Dienstag. Der Auslöser dafür sei "sein Wunsch, eine Perspektive auf ein Leben in Freiheit zu erhalten".

Blikslager zufolge trugen möglicherweise die Berichte über die bevorstehende Freilassung seines Mittäters Dieter Degowski mit zu dem Entschluss von Rösner bei. Bislang lehnte Rösner demnach eine Therapie ab, "weil er der Meinung war, nicht gestört zu sein", sagte Blikslager.

Der heute 60-jährige Rösner war 1991 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Rösner und sein Komplize Degowski waren 1988 nach einem missglückten Banküberfall in Gladbeck mit Geiseln quer durch Deutschland und die Niederlande gefahren.

Dabei wurden sie von der Polizei verfolgt sowie von zahlreichen Journalisten, die zum Teil Interviews mit den Gangstern führten. Auf ihrer Flucht erschossen die Täter zwei Geiseln.

Das Landgericht Arnsberg entschied kürzlich, dass Degowski wieder auf freien Fuß kommen soll. Nach Einschätzung seiner Anwältin wird dies in diesem Jahr allerdings nicht mehr geschehen.