Bayerns glückliche "Zombies" - trotz Mammutprogramm

SPORT1
·Lesedauer: 3 Min.

Keine Zeit zum Verschnaufen.

Die Basketballer des FC Bayern München bestreiten am heutigen Mittwoch gegen den FC Barcelona in der EuroLeague bereits das 28. Spiel in dieser Spielzeit. Dabei begann die Saison erst am 2. Oktober und in der BBL stand der erste Spieltag erst sechs Wochen später als sonst am 2. November auf dem Plan.

Quasi alle drei Tage müssen die Stars deshalb ran und auch Reisen wie nach St. Petersburg oder Tel Aviv wegstecken. (Der Spielplan der Euro League)

Dem Team macht dieser Stress bisher trotzdem nichts aus. In der Bundesliga gab es in acht Partien bereits sieben Siege. (Tabelle der BBL)

FC Bayern in der Euro League auf Kurs

International rangiert der FC Bayern mit zehn Erfolgen in 16 Begegnungen auf Rang vier. (Tabelle der Euro League)

Auch im BBL-Pokal ist die Mannschaft noch dabei.

"Natürlich sind es viele Spiele. Vielleicht habe ich mich auch schon ein bisschen aus der NBA daran gewöhnt. Für mich ist das kein Problem", sagt Nationalspieler Paul Zipser auf SPORT1-Nachfrage bei der Pressekonferenz vor der letzten Partie des Jahres.

Der 26-Jährige lief von 2016 bis 2018 für die Chicago Bulls auf und kennt daher den vollen Kalender. Eine Entzerrung des Spielplans oder Anpassungen der Wettbewerbe hätte er sich deshalb nicht gewünscht.

Kurios: Er fühlt sich genau wie seine Mitspieler topfit - auch dank der Coronapandemie.

Zipser fühlt sich dank Coronapandemie topfit

"Man hat keine Sachen vor neben dem Platz. Das macht es dem Sportler einfacher, weil man sich viel mehr mit dem Körper beschäftigen kann. Es gibt keine Störfaktoren", erklärt der Profi. "Am leeren Flughafen macht man sich schon Gedanken, ob es das Richtige ist. Aber die Konzepte der EuroLeague und der BBL sind gut und wir fühlen wir uns da sehr sicher."

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Zwar sagte Coach Andrea Trinchieri während der Partie gegen Baskonia Vitoria-Gasteiz Mitte Dezember noch zu seiner Mannschaft, er sei "glücklicher Trainer von Zombies". Doch Zipser macht sich keine Gedanken über einen zu großen Kraftverlust in der langen Saison. Bis Ende Mai gibt es für die Basketballer keine Pause mehr.

"In dem Spiel ging es einfach viel hin und her. Da waren wir im Kopf fertig", sagt er. "Wenn man sich aber konzentriert, klappt es mit der Erholung. Drei Tage reichen zur Regeneration zwischen den Partien, um die volle Energie zu haben."

Für den Nationalspieler ist dabei vor allem wichtig: "Wenn man mit den Physios gut zusammenarbeitet, dann klappt das."

Trinchieri warnt vor Barcelona

Gegen den FC Barcelona soll nun ein positiver Jahresabschluss her. "Barca ist aber eines der besten Teams in Europa. Das ist ein Fakt. Sie haben den Clásico in Madrid gewonnen und haben alles", sagt Coach Trinchieri. "Wir haben Respekt, aber die Spieler dürfen nicht vor Respekt erstarren. Sonst verlieren sie die Wettkampfhärte."

Gegen den Tabellenzweiten der EuroLeague soll aber trotzdem mit dem elften Sieg der nächsten Schritt zu den Playoffs gemacht werden - auch wenn das im Frühjahr noch einmal einige Zusatzschichten in dem vollgepackten Kalender bedeuten würde.

An die Entscheidungsspiel denkt Zipser aber genau so wenig wie an die dann wartende Belastung. "Es ist recht einfach, nicht daran zu denken bei den ganzen Spielen. Ich denke aktuell eher maximal zwei oder drei Tage im Voraus. Wir haben immer sehr detaillierte Gameplans. Das alles auf dem schirm zu haben, ist anstrengend genug", erzählt der Führungsspieler schmunzelnd.

Er fügt dann doch noch an: "Die Playoffs wären aber trotzdem schön. Es wäre für mich auch das erste Mal."