"Zum Glück nüchtern": Fan hilft nach Schiri-Doppelausfall

Martin Hoffmann

Das schönste an dieser kleinen Geschichte aus dem belgischen Fußball-Pokal war das Fazit ihres Helden.

"Wäre es ein Samstag gewesen, hätte ich schon zwei oder drei Bier getrunken und es dann nicht geschafft", gestand Luc Bosmans: "Aber ich war nüchtern und bereit."

Bereit den Abend zu retten, als die Verletzung gleich zweier Schiedsrichter die Partie zwischen dem KV Mechelen und KRC Genk an den Rand des Abbruchs trieb.

"Als Schiedsrichter verblassen die Vereinsfarben"

Nacheinander verletzten sich während des Spiels Assistent Tom Dens und Schiedsrichter Christof Dierick.

Ausfall 1 konnte der vierte Offizielle Nicolas Laforge noch auffangen, nach Ausfall 2 blieb den Verantwortlichen nur ein Hilferuf ins Publikum: Ist irgendein Schiedsrichter vor Ort?

Bosmans war es. Und dass er - natürlich - nicht als neutraler Beobachter, sondern als Fan seines Klubs Mechelen im Stadion war, war in dieser verfahrenen Situation kein Hindernis mehr.


"Obwohl ich hier in den Farben Mechelens gestanden habe, bin ich auch Schiedsrichter - und dann verblassen die Vereinsfarben", hielt der 45-Jährige fest.

Bosmans schlichtet bei Rudelbildung

Also stellte Bosmans sich an die Seitenlinie, Laforge übernahm die Pfeife. Ohne dass es zu Klagen kam. Routiniert half der Zufalls-Assistent sogar dabei, bei einer Rudelbildung zu schlichten.

Mechelen verlor das Spiel letztendlich mit 4:5 nach Elfmeterschießen. Als Mechelen-Fan hätte Bosmans sich geärgert. Als Aushilfs-Schiri war er stattdessen Mann des Abends.