Gläubigervertreter nehmen Etihad und KPMG ins Visier

Die Anleihegläubiger von Air Berlin haben einen Gemeinsamen Vertreter gewählt, der ihre Interessen im Insolvenzverfahren wahren soll. Dieser drängt vor allem auf Anfechtungsansprüche gegen die Fluglinie Eihad.


Die Anleihegläubiger von Air Berlin haben einen Gemeinsamen Vertreter gewählt, der ihre Interessen im Insolvenzverfahren wahren soll. Dabei setzte sich ein Unternehmen namens Keos durch, ein Beteiligungsvehikel der Wirtschaftskanzlei Kirkland & Ellis und der Beratungsfirma One Square Advisors.

Frank Günther, Geschäftsführer von One Square, und Kirkland-Partner Bernd Meyer-Löwy drängen vor allem darauf, mögliche Anfechtungsansprüche gegen die Fluglinie Eihad durchzusetzen. Hintergrund sind finanzielle Verflechtungen zwischen Air Berlin und Etihad. So hatte Etihad dem Berliner Unternehmen noch wenige Monate vor der Insolvenz finanzielle Unterstützung zugesichert, damit die Gesellschaft ihren Verpflichtungen nachkommen könne.

Die Wirtschaftsprüfer erteilten Air Berlins Konzernabschluss daraufhin ihre Zustimmung. "Wir prüfen Ansprüche gegen Etihad", hatte Insolvenzsachwalter Lucas Flöther im Rahmen der Anleihe-Gläubigerversammlung in Berlin gesagt. Im Rahmen eines Vergleichs mit Etihad seien 15 bis 18 Millionen Euro realistisch. Keos-Vertreter Günther spricht dagegen von "möglichen Ansprüchen im Milliardenbereich". Sollten sich Ansprüche gegen Etihad nicht durchsetzen lassen, käme auch eine Inanspruchnahme der Wirtschaftsprüfer von KPMG in Betracht.