Gläubiger segnen Insolvenzplan für Beate Uhse ab

Die Anleihegläubiger von Beate Uhse bekommen eine Insolvenzdividende. Auch soll ein neuer Investor das Fortbestehen des Unternehmens sichern.


Die Gläubigerversammlung der insolventen Beate Uhse AG hat am Mittwoch einen Insolvenzplan verabschiedet. Danach werden alle werthaltigen und überlebensfähigen Teile des Erotik-Konzerns in eine neue Tochter-Gesellschaft „NewCo“ überführt. Ein Investor soll diesen Teil für bis zu 1,35 Millionen Euro übernehmen. Die Anleihegläubiger erhalten in einer ersten Auszahlung eine winzige Quote von 1,77 Prozent ihres Einsatzes.

Mit dem Kaufpreis und mit Erlösen aus Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden die Verfahrenskosten, die weiteren Masseverbindlichkeiten und die Quote der Anleihegläubiger bezahlt. Die Beate Uhse AG hatte 2014 Anleihen im Volumen von 30 Millionen Euro begeben, zu 7,75 Prozent Zins, fällig im Juli 2019.

„Nach der heutigen Gläubigerversammlung sind wir einen wesentlichen Schritt vorangekommen“, sagte Sachwalter Holger Undritz am Abend dem Handelsblatt, „die Chancen auf eine langfristige Fortführung des Unternehmens sind jetzt deutlich gestiegen“.

Durch den Eintritt eines Investors sollen der lebensfähige Teil der Beate Uhse Gruppe und die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Der Erotik-Konzern ist derzeit mit 345 Mitarbeitern in sieben Ländern aktiv. Wer den Konzern kauft, ist bislang nicht bekannt. Ein Fonds des Spezialisten für notleidende Anleihen, Robus Capital, hat Beate Uhse und ihrer insolventen niederländischen Tochter bereits Massedarlehen von insgesamt 7,7 Millionen Euro gewährt.


Die Beate Uhse AG wird nach dem Übergang ihrer Bestandteile auf die „NewCo“ aufgelöst und ihre Börsenzulassung verlieren. Der Marktwert des Konzerns (WKN 755140) hatte kurz nach dem Börsengang im Juni 1999 bei fast 23 Millionen Euro gelegen. Am Mittwoch bewertete die Börse den Konzern mit 1,82 Millionen Euro. Beate Uhse hatte vor allem den erfolgreichen Internetauftritt und den Trend zum Onlineshopping verpasst.

Bei der Quote von 1,77 Prozent wird es allerdings nicht unbedingt bleiben. Es könnten noch weitere Zahlungen folgen. Der Insolvenzplan bietet den Anleihegläubigern außerdem an, gegen den Verzicht auf die erste Insolvenzdividende ein Bezugsrecht an einer zweiten Kapitalerhöhung der neuen Gesellschaft („NewCo“) zu erhalten und gegen bar neue Geschäftsanteile an dieser Gesellschaft zu erwerben. Damit würden Anleihegläubiger darauf setzen, dass der Beate Uhse Konzern in seiner Neuaufstellung überlebensfähig ist und wieder Gewinne erzielt.

Der Insolvenzplan ist noch nicht gültig. Das Amtsgericht Flensburg muss ihn noch absegnen, außerdem setzt er voraus, dass die „NewCo“ das Vermögen der ebenfalls insolventen Beate Uhse Netherlands B.V. erwerben kann.