Gläubiger erhalten bei Insolvenz im Schnitt 2,6 Prozent ihrer Forderungen zurück

Gläubiger erhalten bei einer Insolvenz im Schnitt nur 2,6 Prozent ihrer Forderungen zurück. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, wurden bei 2012 eröffneten und bis 2016 beendeten Verfahren nur 320 Millionen Euro an sie verteilt - die Forderungen beliefen sich aber auf 12,4 Milliarden Euro. Bei Unternehmensinsolvenzen lag die durchschnittliche Deckungsquote mit 4,1 Prozent deutlich höher als bei Verbraucherinsolvenzen mit 1,5 Prozent.

Bei den Unternehmensinsolvenzen machten die Gläubiger somit einen Verlust von knapp 5,4 Milliarden Euro. Bei den Verbraucherinsolvenzen belief sich der ungedeckte Betrag auf 3,4 Milliarden Euro, bei den übrigen Insolvenzverfahren (beispielsweise ehemalige Selbständige) lag der Betrag bei 3,3 Milliarden Euro.

Von den 137.655 im Jahr 2012 eröffneten Insolvenzverfahren waren 87,8 Prozent bis Ende 2016 beendet. Dabei konnten von 21.312 Unternehmensinsolvenzen nur 57,7 Prozent abgeschlossen werden - von den 95.560 Verbraucherinsolvenzen hingegen 95 Prozent.

Bei 521 Unternehmensinsolvenzverfahren, die im Jahr 2012 eröffnet wurden, erfolgte eine Sanierung. Dabei wurden laut Bundesamt 11.560 Arbeitsplätze gesichert. Besonders häufig gab es einen Sanierungserfolg bei Insolvenzverfahren mit hohen Forderungssummen. So konnten beispielsweise bei Verfahren mit Forderungen ab fünf Millionen Euro 35,5 Prozent der Unternehmen saniert werden. Sehr geringen Erfolg hatten dagegen Verfahren mit niedrigen Forderungen: Nur bei 1,3 Prozent der Unternehmen mit Forderungen unter 50.000 Euro erfolgte eine Sanierung.