Gilead, Roche, Novo Nordisk und Co: Diese Blockbuster stehen in den Startlöchern – wo lohnt der Einstieg? (Teil 1)

Michel Doepke
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Gilead, Roche, Novo Nordisk und Co: Diese Blockbuster stehen in den Startlöchern – wo lohnt der Einstieg? (Teil 1)

Große Pharma- und Biotech-Konzerne bringen in diesem Jahr viele neue Medikamente auf den Markt, die bereits in wenigen Jahren die Umsatzmarke von einer Milliarde Dollar knacken. Im Sektor spricht man dann von einem sogenannten Blockbuster. Clarivate Analytics hat in einem aktuellen Report die besten zwölf Präparate aufgelistet, die 2018 gelauncht werden und spätestens 2022 zum Blockbuster reifen sollen. DER AKTIONÄR nimmt die dazugehörigen Pharma- und Biotech-Konzerne in einer dreiteiligen Serie genauer für Sie unter die Lupe.

Quelle: Clarivate Analytics

1. Hemlibra von Roche

Der Schweizer Pharma-Gigant spürt immer stärker den Druck der Generika- und Biosimilar-Konkurrenz. Dadurch brechen die Umsätze der einstigen Wachstumstreiber Herceptin und Avastin ein. Kompensieren möchte dies Roche mit neuen Produkten und kleineren Zukäufen, wie zum Beispiel mit der Übernahme von Ignyta. Eines der wichtigsten Produkte für die kommenden Jahre ist das Medikament Hemlimbra, welches gegen die Bluterkrankheit Hämophilie zum Einsatz kommen soll. Sowohl in den USA, in der EU als auch Japan konnte grünes Licht von den Behörden eingeholt werden. Dank der schnellen Zulassung dürfte das Mittel bereits im kommenden Jahr zum Blockbuster avancieren.

Trotz Hemlimbra bleibt das Umfeld für den Schweizer Pharma-Konzern herausfordernd. Roche-CEO Severin Schwan hatte bereits zum Jahresanfang "realistische Erwartungen" an das Geschäftsjahr 2018 gefordert. Auch charttechnisch drängt sich bei den Papieren aktuell kein Einstieg auf. Konservativ ausgerichtete Anleger sollten den Titel jedoch in jedem Fall auf der Watchlist haben und bei sich bessernden fundamentalen als auch charttechnischen Aussichten die Aktie ins Depot legen.

2. Biktarvy von Gilead

Auch Gilead kann ein Lied von schrumpfenden Umsätzen singen. Allen voran das wegbrechende Hepatitis-C-Geschäft hat den Biotech-Konzern zum handeln gezwungen. Mit der Übernahme von Kite Pharma und Cell Design Labs sicherte sich Gilead eine starke Position im Zukunftsmarkt Krebsimmuntherapie. Doch bis dieses Segment zum Kassenschlager wie das Hepatitis-Geschäft aufsteigt, dürften noch ein paar Jahre vergehen. Wesentlich besser läuft es im Segment HIV. Dank der US-Zulassung von Biktarvy (Wirkstoffkombination) steht ein neuer Blockbuster vor der Tür. Anfang Februar hob die Gesundheitsbehörde den Daumen.

Derweil bildet die Gilead-Aktie einen breiten Boden aus, an größeren Impulsen mangelt es jedoch weiter. Für den AKTIONÄR ist der Biotech-Titel aktuell nur ein Wert für die Watchlist.

3. Ozempic von Novo Nordisk

Wesentlich bullisher ist DER AKTIONÄR für den Insulinhersteller Novo Nordisk. Der Hoffnungsträger schlechthin ist Ozempic (Lesern besser bekannt unter dem Wirkstoffnamen Semaglutide). Welche weiteren Argumente für die Dänen sprechen, lesen Sie hier. Auch wenn das Chartbild durch den schwachen Gesamtmarkt in Mitleidenschaft gezogen wurde, bleibt die Aktie ein klarer spekulativer Kauf.

4. Erleada aus dem Hause Johnson & Johnson

Johnson und Johnson hat sich dank der Übernahme der Schweizer Actelion im Biotech-Bereich verstärkt. In den kommenden Jahren können Aktionäre also einiges von der Pipeline erwarten – und auch vom Krebsmedikament Erleada. Im Februar hat das im Dow Jones gelistete Unternehmen grünes Licht von der US-Gesundheitsbehörde FDA zur Behandlung einer speziellen Form von Prostatakrebs erhalten. Langfristig bietet der breit aufgestellte US-Konzern viel Potenzial. Aufgrund der charttechnischen Verfassung sollten Anleger jedoch vorerst an der Seitenlinie verharren.

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