Gilead nach dem Mega-Deal: Der Nächste, bitte!

Michel Doepke
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Die Übernahme von Kite Pharma für 11,9 Milliarden Dollar verschafft Gilead eine exzellente Ausgangsposition im vielversprechenden Markt der Krebsimmuntherapie. Doch damit ist der Hunger des Biotech-Riesen noch nicht gestillt. Rund 25 Milliarden Dollar schlummern in der Kasse von Gilead, wie CEO John F. Milligan ankündigte wohl für weitere Akquisitionen.

Die große Preisfrage: Wer ist der Nächste, den sich Gilead unter den Nagel reißt? Im Februar hatte DER AKTIONÄR im Rahmen einer vierseitigen Übernahmestory neben Kite Pharma auch die Biotech-Firmen Incyte und Vertex als potentiellen Übernahmeziele vorgestellt. Doch die Wahrscheinlichkeit ist nach dem Kite-Deal deutlich gesunken. Vertex konnte aufgrund von extrem starken Studiendaten weiter an Marktkapitalisierung hinzugewinnen. Aktuell bringt die BB-Biotech-Beteiligung rund 38,5 Milliarden Dollar auf die Börsenwaage. Und auch Incyte – trotz der schwächeren Performance in den letzten Wochen – sprengt womöglich mit einer Bewertung von knapp 26 Milliarden Dollar den finanziellen Rahmen von Gilead.

Gut möglich, dass Gilead nun eine weitere Übernahme in der Größenordnung von Kite Pharma vorgesehen hat. Denn der für HIV- und Hepatitis-C-Präparate bekannte Biotech-Konzern darf auch die hohe Verschuldung nicht außer Acht lassen.

Startschuss gefallen

Noch verfügt Gilead ein dickes Cashpolster für weitere Übernahmen. CEO Milligan hat bereits angekündigt, dass es nach dem Kite-Deal nicht ruhig werde. DER AKTIONÄR wird in den kommenden Wochen den Biotech-Markt nach weiteren potentiellen Übernahmezielen unter die Lupe nehmen. Bei der Aktie von Gilead kam der Deal zumindest kurzfristig positiv an. Ob dies für eine nachhaltige Trendwende reicht, bleibt abzuwarten. Vorerst gilt bei Gilead: Seitenlinie!