Giftiger Riesen-Bärenklau: Erst Zierpflanze, dann Plage

Schön anzusehen, aber giftig: Mit dem Riesen-Bärenklau sollte man nicht in Berührung kommen. (Bild: Getty Images)

Bärenkralle, Herkuleskraut, Riesen-Bärenklau: Heracleum giganteum hat viele Namen. Die Bezeichnungen eint die unterschwellige Bedrohlichkeit – und das kommt nicht von ungefähr. Die große Pflanze mit der imposanten Blüte wurde zur Giftpflanze des Jahres 2008 gekürt. Wir fassen zusammen, wie man sie erkennen kann und wie ihr Gift wirkt.

An Bächen und Flüssen stoßen wir bisweilen auf eine große Pflanze mit ausladenden, gefiederten Blättern und langen Stängeln, an denen eine Vielzahl kleiner weißer Blüten sprießen. Gemeint ist „Heracleum giganteum“, deren wissenschaftlicher Name die Größe der Pflanze erahnen lässt, die in wenigen Wochen bis zu drei Meter hoch wachsen kann und deren Blütezeit sich über mehrere Jahre erstreckt.

Die Auswirkungen der „Bärenkralle“

Im Volksmund hat sich das toxische Gewächs unter anderem den Namen „Bärenkralle“ erarbeitet. Denn bei Kontakt mit der Pflanze kann es in Kombination mit Sonnenlicht zu starken Verbrennungserscheinungen kommen: Das Gift des Riesen-Bärenklaus zersetzt den Schutzmantel der Haut, wodurch das UV-Licht der Sonne leicht in das Gewebe eindringen kann. Die Folgen sind schmerzhafte, nässende Brandblasen, die schwer verheilen. Auch kann es zu Kreislaufproblemen, Atemnot und Fieber kommen.

Behandlung und vorbeugende Maßnahmen

Bei Kontakt mit der Pflanze sollte die betreffende Körperstelle schnell mit reichlich Wasser und Seife gewaschen werden. Ein Besuch beim Arzt ist nach ersten Verbrennungserscheinungen unumgänglich. Zwar verbreitet sich das Gift in der Regel durch direkten Kontakt, doch wer Pech hat, wird mitunter durch den Wind „bestäubt“. An heißen Tagen empfiehlt es sich daher, der imposanten Pflanze gänzlich fernzubleiben.

Anzutreffen ist der Riesen-Bärenklau aber nicht nur an Gewässern. Auch auf Brachland und an Wegesrändern kann man ihn finden. Einstmals wurde das Gewächs als Bienenweide und zur Zier in Parks und Gärten angebaut. Doch durch seine gute Aussamung entwickelte es sich nach und nach zur giftigen Plage.

Auch gestaltet sich die Vernichtung der Pflanze als schwierig. Mit einfachem Rasenmähen lässt sich einer „Herkulesstaude“ nicht beikommen. Gärtner müssen die Wurzel des Riesen-Bärenklaus ausgraben, um sie mindestens zehn Zentimeter unter der Erdoberfläche durchzuschneiden. Dabei wird eine Ganzkörper-Schutzkleidung samt Gesichtsschutz dringend empfohlen. Die Wurzelreste sollten im Müll dann mit der Schnittstelle nach oben abgelegt werden, um ein erneutes Anwachsen zu verhindern.