Gift-Attacke: Donald Tusk ruft Westen zur Einheit auf

Der Fall Skripal wird immer mehr zur internationalen Affäre. Nach dem UN-Sicherheitsrat will sich bald auch die EU mit dem Thema befassen. Ratspräsident Donald Tusk stellt sich hinter die britische Regierung. Man sei bereit zu handeln und offen für Vorschläge aus London.

„In Zeiten, in denen jemand bewusst Falschinformationen verbreitet, sich in unsere Wahlen einmischt und Menschen mit Nervengift attackiert, muss unsere Reaktion nicht transatlantisches Gezänk, sondern transatlantische Einheit sein“, sagte Tusk bei einem Besuch in der finnischen Hauptstadt Helsinki.

Derselben Meinung ist auch Ashley Fox, Mitglied der Tories und Europaabgeordneter: „Was passiert ist, passt in ein Muster: erst die Annexion der Krim, dann Cyberangriffe in Estland und jetzt der Einsatz chemischer Waffen in Salisbury. Der versuchte Mord zweier Menschen, eines Mannes und seiner Tochter. Das Verhalten Russlands ist unannehmbar. Wir haben es mit einem Angriff auf Großbritannien zu tun. Der Westen muss deutlich machen, dass dieses Verhalten absolut inakzeptabel ist.“

Andere Europapolitiker halten nichts vom Konfrontationskurs gegen Moskau. Etwa Helmut Scholz von der Partei „Die Linke.“

„Wir befinden uns doch bereits in einer Spirale. Und wie kommen wir da wieder raus? Ich glaube nicht mit dem Kurs von Premierministerin May“, so Scholz in Straßburg. „Wie wäre es, mit den Russen in Dialog zu treten, sie zum Tatort zu holen und die gesammelten Spuren überprüfen zu lassen? Und dann sollen sie antworten und beweisen, was wirklich passiert ist.“