Werbung

Schwarzblaue Ölkäfer: Giftig für Mensch und Tier

Die ein bis drei Zentimeter langen, blauschwarz glänzenden Ölkäfer sehen interessant aus. Aber bei ihnen gilt: Nur anschauen, auf keinen Fall anfassen. Darauf weist die Deutsche Wildtier Stiftung eindringlich hin.

Ölkäfer
Beim Ölkäfer ist Vorsicht geboten! (Bild: dpa)

Denn der Violette oder Schwarzblaue Ölkäfer, auch Maiwurm genannt, bildet an den Beinen ein Gift, das ihn vor Fressfeinden schützt. Bei Menschen reizt es die Haut, sie rötet sich und bekommt Blasen. Wird ein Ölkäfer gar verschluckt, können Menschen oder Tiere daran sogar sterben. Tödliche Vergiftungen sind bislang aber nicht bekannt.

So reagiert man am besten

Wer mit dem Insekt in Berührung gekommen ist, sollte sich gründlich die Hände waschen und die betroffene Stelle danach kühlen. Bei Verschlucken eines Tieres kein Erbrechen auslösen, sondern zügig den örtlich zuständigen Giftnotruf anrufen.

Im Mai haben die Käfer Hochsaison. Zu erkennen sind die Insekten an ihrem kleinen quer-ovalen Kopf und dem langen Hinterleib. Die schwangeren Weibchen haben unter den kurzen Deckflügeln einen deutlich geschwollenen Hinterkörper.

Weil die Tiere einen komplizierten, auf Wildbienen angewiesenen Entwicklungszyklus haben und es immer weniger geeignete Lebensräume für sie gibt, gelten Ölkäfer als gefährdet. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) widerspricht Medienberichten, dass der Ölkäfer sich aktuell in Deutschland stärker ausbreite: "Er ist weder neu, noch breitet er sich stark aus, wie oft behauptet wird. Im Gegenteil – er ist in seinem Bestand gefährdet und steht auf der Roten Liste." Auch die Deutsche Wildtier Stiftung teilte kürzlich auf Anfrage mit, dass ihr keine Informationen über eine Ausbreitung des Ölkäfers vorlägen.

"Keinesfalls angriffslustige Killer"

Der Nabu hat außerdem zu mehr Gelassenheit im Umgang mit giftigen Insekten aufgerufen. Giftige Tiere wie der Ölkäfer oder auch die Nosferatu-Spinne und die Hornisse seien "keinesfalls angriffslustige Killer", die es auf den Menschen abgesehen hätten, teilte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller am Dienstag mit. "Wenn man diese Tiere in Ruhe lässt, entstehen auch keine gefährlichen Situationen – weder für den Menschen, noch für die Tiere selbst." Es bestehe demnach kein Grund zur Panik.

"Egal, ob eine Spinne, ein Insekt oder ein anderes Tier giftig, Neuzugang oder ein alter Bekannter ist, es gilt immer das Gleiche: nicht anfassen, schon gar nicht nach dem Tier schlagen, sondern nur beobachten", sagte Miller.

Im Video: In Riesenhornisse versteckt - Mann zieht Parasiten aus Insekt