Giffey: Junge Menschen mit Dauer der Pandemie zunehmend besorgt um ihre Zukunft

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Franziska Giffey

Mit der Fortdauer der Corona-Pandemie wächst bei jungen Menschen die Sorge um ihre Zukunft. Die zurückliegenden Monate seien für die junge Generation "besonders hart" gewesen, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Mittwoch in Berlin. Sie kündigte für März ein "großes Jugend-Hearing" an. Es gehe darum, mit jungen Menschen Zukunftsideen zu entwickeln und darüber zu beraten, wie es für sie nach der Pandemie weitergehe.

Sie hätten nicht nur Schulunterricht verpasst, sondern auch auf Treffen mit Gleichaltrigen und auf ihre Hobbys verzichten müssen. Viele hätten auch ihre Lebensplanung "überhaupt nicht so umsetzen können, wie sie es geplant hatten". Das führe zu großen körperlichen, aber auch seelischen Belastungen und Ängsten, sagte Giffey, die sich am Dienstagabend mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen über die Corona-Pandemie ausgetauscht hatte.

Die Ministerin verwies auf eine aktuelle Erhebung des Allensbach-Instituts. Demnach tauchen besonders in der jungen Generation Gefühle von Einsamkeit und Isolation auf. 63 Prozent der unter 30-Jährigen gaben an, dass sie sich einsam fühlen und unter den Einschränkungen leiden. Bei der Bevölkerung insgesamt seien dies nur 53 Prozent gewesen. Das zeige, dass die bei den jungen Menschen empfundene Belastung "viel, viel größer" sei, so Giffey.

Das Jugend-Hearing am 11. März habe zum Ziel, "Antworten auf die Fragen zu finden, wie es nach der Pandemie weitergehen kann und welche Unterstützung junge Menschen dafür brauchen", sagte Giffey. Es gehe jetzt darum, gemeinsam mit der jungen Generation nach vorne zu schauen und Pläne zu machen.

Ziel sei, die Lebensbedingungen der 14 Millionen Menschen zwischen zwölf und 27 Jahren in Deutschland spürbar zu verbessern. "Wir sprechen mit jungen Menschen und beteiligen sie an den Entscheidungen, die sie betreffen", sagte die Ministerin.

In dem Jugend-Hearing zum Thema "Corona, Jugend und die Folgen" solle erörtert werden, wo junge Menschen etwa in den Bereichen Bildung und Arbeit Unterstützung benötigten und wie unbeschwerte Freiräume wieder eröffnet und erhalten werden könnten. Neben Giffey nehmen Jugendliche, Jugendinteressenvertretungen, Fachorganisationen der Jugendhilfe sowie wissenschaftlichen Expertinnen und Experten teil.

Auf die Frage, ob beim nächsten Bund-Länder-Gipfel mit Lockerungen zu rechnen sei, sagte Giffey, das hänge stark vom Infektionsgeschehen und der Virusmutation ab, zu deren Verbreitung nächste Woche Ergebnisse vorliegen sollten. Die Ministerin betonte zugleich, dass eine langfristige Schließung von Kitas und Schulen keine Lösung sein könne. Alle Kinder und Jugendliche müssten eine Perspektive bekommen, wann wieder Präsenz in den Einrichtungen möglich sei.

cha/jp