Giffey gegen Änderungen bei Impfreihenfolge

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BERLIN (dpa-AFX) - Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat sich gegen Änderungen bei der Reihenfolge der Corona-Impfungen ausgesprochen. "Es gibt einen Grund, warum die Ständige Impfkommission ihre Empfehlung gegeben hat", sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch in Berlin. "Damit die, die am meisten belastet sind, die das höchste Risiko haben zu erkranken, auch besonders geschützt werden. Und das finde ich richtig."

Aus ihrer Sicht sollten sich die Bundesländer, in denen vielfach über die sogenannte Priorisierung und mögliche Änderungen diskutiert wird, daher so gut es geht an diese Empfehlung halten, um "Impfgerechtigkeit" beizubehalten, so Giffey. Wenn hier jeder anders verfahre, könne das zu "Chaos" führen.

Im zweiten Quartal ab April, in dem Deutschland mit über 63 Millionen Dosen dreimal so viel Impfstoff erwarte wie im ersten Quartal und Impfungen auch in Arztpraxen möglich seien, erwartet Giffey indes eine andere Diskussion. Die wichtigste Frage werde dann sein: "Wie kriegen wir diese großen Mengen verimpft", so die Ministerin und Berliner SPD-Landesvorsitzende. Dann werde es wahrscheinlich nicht mehr so stark um die Impfreihenfolge gehen, sondern vielmehr darum, das logistisch zu schaffen und die Menschen zu überzeugen, sich auch impfen zu lassen. "Das ist alles nicht fern."

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) geht davon aus, dass die Priorisierung bei den Corona-Impfungen dann womöglich aufgehoben werden kann. "In Berlin sind wir jetzt in der zweiten Prioritätsgruppe. Wir brauchen sicher noch den März und April, bis wir diese Gruppe durchgeimpft haben", sagte sie dem Nachrichtensender ntv. "Aber dann, wenn wir in die Breite, in die Arztpraxen gehen, dann muss man sich tatsächlich die Frage stellen, ob die Priorisierung noch Sinn macht oder ob man sie dann aufgibt."