Es gibt sie noch, die günstigen Konten

Beim Girokonto lässt sich viel Geld sparen. Denn der Unterschied zwischen den Kontogebühren ist enorm, wie eine neue Untersuchung zeigt. Nicht nur Direktbanken, auch die Institute vor Ort bieten oft günstige Varianten.


Nach wie vor gilt: Wer ein günstiges Girokonto sucht, der findet auch eines. So bieten Direktbanken, aber auch die genossenschaftlichen Sparda- und PSD-Banken immer noch Konten ohne monatliche Grundgebühr an. Der mögliche Nachteil: sie haben kaum Filialen. Daher lohnt sich ein genaueres Hinschauen. Schließlich bieten auch die Sparkasse oder die Volksbank vor Ort zum Teil gute Konditionen.

Die Kosten für Girokonten gehen aktuell weit auseinander, wie eine Erhebung des Verbraucherportals Biallo zeigt. Biallo hat die Kontomodelle von mehr als 1.400 Kreditinstituten in Deutschland verglichen. Das Ergebnis: Im Schnitt kostet das jeweils günstigste Filialkonto genau 4,01 Euro monatliche Grundgebühr. Die Spanne allerdings ist groß. Sie reicht von null Euro bis monatlichen Kosten von 12,50 Euro.


Biallo hat außerdem die Preise für die Girokarte, die Gebühren für Überweisungen, die Kosten für die Standard-Kreditkarte und die Höhe der Dispozinsen in der Auswertung berücksichtigt. Auch hier zeigen sich sehr unterschiedliche Gebührenmodelle: Girokarten kosten zwischen null und 16 Euro im Jahr, Kreditkarten zwischen null und 55 Euro. Der niedrigste Dispozins beträgt 4,67 Prozent, der höchste liegt bei 12,95 Prozent,

Nicht nur bei Direktbanken können Kunden relativ günstige Konten finden. Bei jeder dritten regionalen Bank oder Sparkasse gebe es ein „attraktives Filialkonto“, stellt Biallo fest. So verlangen immerhin rund 350 Geldhäuser maximal drei Euro als monatliche Grundgebühr.


Allerdings müssen sich Verbraucher darauf einstellen, dass die Preise nicht unbedingt so bleiben, wie sie heute sind, sondern ansteigen. Fast jedes dritte Institut hat in diesem Jahr die Gebühren für Privatkunden erhöht oder plant solch eine Maßnahme, wie eine Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young kürzlich ergab. 27 Prozent der Befragten schraubten demnach an den Gebühren für das Girokonto, 19 Prozent erhöhten die Kosten für Überweisungen und immerhin 16 Prozent der Befragten haben Gebühren für das Geldabheben eingeführt oder werden das noch tun. Zugleich gibt es heute weniger Geldhäuser, die noch ein echtes Gratiskonto anbieten.

Biallo hat aus seiner Erhebung ein Ranking abgeleitet und vergibt Sterne für besonders günstige Konten. Die Bestnote von fünf Sternen erhalten allerdings nur 17 Kreditinstitute. Auf 4,5 Sterne kamen immerhin 183 Geldhäuser.

Bei den Kontogebühren genau hinzuschauen, ist immer sinnvoll, denn einige Geldhäuser berechnen ungewöhnliche Preise. So verlangen gut 40 der bundesweit knapp 400 Sparkassen bei zumindest einem ihrer Kontomodelle eine Gebühr für Barabhebungen, wie Biallo jüngst ermittelte. Ähnliches gilt für mehr als 150 der knapp 1.000 Volks- und Raiffeisenbanken. Auch sie bieten Kontomodelle an, bei denen Abhebungen am Automaten oder am Schalter unter Umständen Geld kosten.