„Es gibt keine schlechten Immobilien, es gibt nur zu teure“, sagt dieser Makler und verrät, wie ihr den richtigen Preis bestimmen könnt

Immobilienmakler Michael Pabst ist seit acht Jahren im Wohngeschäft tätig. - Copyright: Michael Pabst
Immobilienmakler Michael Pabst ist seit acht Jahren im Wohngeschäft tätig. - Copyright: Michael Pabst

Nur eine Minute braucht Makler Michael Pabst, um bei einer Besichtigung einer Immobilie zu erkennen, wie viel sie wert sei, erzählt er uns im Gespräch. „Voraussetzung hierfür ist Vorbereitung, Erfahrung und ein gewisses Bauchgefühl.“

Der 28-Jährige arbeitet seit fast acht Jahren in der Immobilienbranche. Seit fast fünf Jahren bei Ziegert Knight Frank, einer Immobilienberatung aus Frankfurt am Main, die sich auf Objekte im Premiumsegment spezialisiert hat.

Pabst verkauft Villen, Penthäuser und Mehrfamilienhäuser – meist in der Frankfurter Innenstadt. Im Schnitt sind seine Immobilien zweieinhalb Millionen Euro wert.

Erfahrt, wie teuer das Nachbarhaus ist

Wer nicht in der Immobilienbranche beruflich tätig ist, aber auch das Preis-Gefühl eines Maklers haben will, dem empfiehlt Pabst vor allem eines: über eine längere Zeit den Markt beobachten.

Was gibt es Neues im Angebot auf verschiedenen Immobilienportalen? Welche Wohnungen verschwinden? Welche Wohnungen sind seit Ewigkeiten auf dem Markt? Diese Fragen solle man sich immer vor einem potenziellen Immobilienkauf stellen. „Es ist unheimlich wertvoll, wenn ich als Käufer weiß, dass das Nachbarhaus letztes Jahr zu verkaufen war, oder für welchen Preis die Wohnung oben drüber mal angeboten wurde“, sagt Pabst. Wer dies tue, entwickele ein Gespür dafür, wenn etwas zu einem fairen Preis oder sogar unter Wert angeboten werde.

Bei der Preisanalyse sei auch der Grundriss entscheidend. Zum Beispiel sei eine Zweizimmerwohnung auf 90 Quadratmetern schwierig, sagt Pabst. „Für einen Alleinstehenden zu teuer, eine Familie kann da nicht einziehen. Und wenn jemand Home Office machen will, ist das für ein Paar auch herausfordernd.“ Eine Dreizimmerwohnung auf 90 Quadratmetern sei dagegen vielversprechender. Es sei enorm wichtig, sich Gedanken um den Grundriss zu machen, bevor man sich eine Wohnung als Kapitalanlage kaufen will.

Mit einer fertigen Finanzierung habe man „bessere Chancen“

Grundsätzlich meint Pabst: „Es gibt keine schlechten Immobilien, es gibt nur zu teure.“ Wenn die Wohnung „runtergekommen“ sei und dies auch im Preis berücksichtigt werde, sei das Angebot in Ordnung.

Wer eine Immobilie kaufen will und sich auf einer Besichtigung mit einem Makler trifft, sollte bereits mit einer fertigen Finanzierung ankommen. Dann habe man bessere Chancen, sagt Pabst. Heißt für euch: Geht vor dem Termin frühzeitig zu einer Bank und klärt die Finanzierung ab. Dann wisst ihr auch, ob ihr das nötige Budget für diese Immobilie habt.

„Gerade, wenn jemand Immobilien kaufen will, die nachgefragt sind und man sich im Wettbewerb mit anderen Personen befindet, sollte man alles tun, damit der Prozess stromlinienförmig abläuft“, sagt Pabst.

Versprecht eurem Makler nicht Dinge, die ihr nicht einhalten könnt

Bevor es mit der Wohnungssuche ernst wird, telefoniere der 28-Jährige mit dem Interessenten und treffe sich auch mal zum Kaffee. Es sei wichtig, sich besser kennenzulernen. Fragen, die Pabst beantwortet haben will: Was möchte der Kunde oder die Kundin? Was ist die Motivation, eine Immobilie zu kaufen? Wie wohne man jetzt? Wie richte man sich ein? Was macht er oder sie beruflich? Wurden bereits Immobilien gekauft?

Wer einen Makler engagiere, sollte verbindlich, freundlich und höflich sein, sagt Pabst. Denn auch als Makler selektiere man vor. „Als Kunde sollte man von vornherein mit Budget, Eigenkapital und Finanzierung transparent sein“, sagt Pabst.

Fehler, die ihr laut dem Makler nicht begehen solltet, wenn ihr eine Immobilie kaufen wollt, sind: benötigte Informationen zurückhalten, Dinge versprechen, die man nicht einhält, keine richtigen Aussagen treffen, lügen und respektlos sein. „Wenn jemand extrem unangenehm ist und mir einfach signalisiert, dass man ihn nicht als Nachbar haben wollte, verbaut man sich als Interessent viele Möglichkeiten“, sagt Pabst.