Es gibt kaum noch Schäfer in Deutschland – ein 36-Jähriger will den Beruf retten

Uschi Jonas

Eine Wiese mit saftigem Gras, Schmatzgeräusche, Sonnenschein, hier und da ein leises Mäh, ansonsten Stille. So könnte die Geschichte über eine Schafherde und ihren Schäfer im Allgäu beginnen.

Doch diese Geschichte beginnt anders.

“Wenn ich nicht bald eine Lösung gefunden habe, muss ich meine 550 Mädels zum Schlachter bringen.”

Die Augen von Sven de Vries sind glasig. Sein Blick ist leer. Im vergangenen Sommer hatte er ein Burnout. “Es ging einfach nicht mehr.”

Früher war der 36-jährige gebürtige Niedersachse Grafikdesigner. “Aber da hat mir das Miteinander einfach nicht gefallen. Meine Kollegen und ich haben zwar schon irgendwie zusammengearbeitet, aber trotzdem gab es Konkurrenzdruck. Und auch, dass man immer irgendwie versucht, Menschen etwas zu verkaufen, fand ich einfach nicht gut.”

Die Kräfte schwinden – und das Geld auch 

► Inzwischen ist de Vries seit zehn Jahren Schäfer. Es ist sein Traumberuf, er hat seine Erfüllung gefunden, liebt es, in der Natur zu sein, liebt seine Tiere, die er liebevoll “Mädels” nennt.

Sven de Vries und Schaf Erika.

Doch seine Kräfte schwinden. Und auch das Geld wird knapp.

Ohne Schafe und Schäfer geht es nicht: Schäferei ist eine der letzten weitestgehend artgerechten Nutztierhaltungen in Deutschland. Schafe produzieren ressourcenschonend, artgerecht und regional hochwertige Lebensmittel.

Sie beweiden über 400.000 Hektar Fläche – das sind fast zehn Prozent der Dauergrünflächen.

Es gibt keinen Weg an der Schäferei vorbei.

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