Gewusst wie: So frech tricksen Schüler bei Videokonferenz mit Zoom

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Wo persönliche Treffen ausfallen, werden Videokonferenzen nicht nur zwischen Kollegen und im privaten Bereich wichtiger, sondern auch in der Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern. Ein besonders findiger darunter hat sich eine Methode überlegt, mit der er den Unterricht trotzdem schwänzen kann.

In der analogen Welt finden Schüler Wege, um ihre Lehrer auszutricksen – warum sollte es online anders sein? (Bilder: Screenshots TikTok)

Dass Schüler versuchen, ihren Lehrern ein Schnippchen zu schlagen, gehört für die meisten einfach dazu. Doch was kann man schon machen, wenn der Lehrer seine Klasse per Videokonferenz zusammentrommelt und jeden seiner Schüler genau im Blick hat? Einiges, wie ein schlauer Schüler herausfand, der sein Wissen alsdann über das Videoportal TikTok teilte.

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Sorry, kein Internet ...

Dafür muss man während der Videokonferenz das Video nur stoppen und seinen Teilnehmernamen auf kreative Weise abändern: Schreibt man in das für den Namen vorgesehene Feld nämlich ”Reconnecting ...“, wird ein schwarzer Bildschirm mit genau diesen Worten angezeigt. Die anderen Teilnehmer denken dann, es gäbe gerade technische Probleme oder das Internet sei zu schwach. Und genau diese Zeit nutzen gewiefte Schüler, um Comics zu lesen, sich die Nägel zu machen oder ein Computerspiel zu zocken, während ihre Mitschüler Mathe oder ein anderes Fach pauken.

Wirklicher Mensch oder nur ein Foto?

Ein Trick, der in seiner Einfachheit so genial daherkommt, dass er sofort viral ging und mittlerweile sicher etliche Schüler zum Schwänzen und Quatsch machen animiert hat.

In einem anderen Video wird das gleiche Ergebnis mit einem anderen Trick erreicht. Wer seine volle Aufmerksamkeit und Präsenz nur vortäuschen will, kann ein Foto von sich als virtuellen Hintergrund nutzen:

Schon Fünfjährige machen sich die Technik zunutze

Mit einem ähnlichen Trick hat kürzlich sogar ein Fünfjähriger auf sich aufmerksam gemacht. Die britische Zeitung ”The Sun“ berichtete über Laura Mazza und ihren Sohn Lucca, der eigentlich online lernen sollte, während er tatsächlich spielte. Um seine Mutter auszutricksen, die ein Stockwerk entfernt saß und per Videokonferenz mit ihrem Sohn verbunden war, um ihn im Blick zu haben, machte der Junge ein Foto von sich mit dem Tablet seiner Schwester und stellte es vor das andere Tablet, auf dem die Videokonferenz mit seiner Mutter lief.

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Zoom ist mindestens umstritten

Die Nutzung von Zoom als kostenlosem Dienst ist übrigens umstritten. Kürzlich warnte zum Beispiel die Kölner Polizei davor, Hacker könnten geschäftliche Videokonferenzen nutzen, um Firmengeheimnisse auszuspionieren. Und der baden-württembergische Landesdatenschutzbeauftragte forderte Schulen unter Androhung von rechtlichen Verwarnungen oder Untersagungen dazu auf, ganz auf den US-Videokonferenzdienst zu verzichten.

Zoom ist in der Vergangenheit durch mehrere schwere Sicherheits- und Datenschutzlücken in die Kritik geraten. Außerdem könnte die Verwertung von Nutzerdaten zum Nachteil der Schüler verwendet werden, so die Befürchtungen.

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