Um knapp 28 Prozent das Nettoergebnis der Großbank im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Investoren rechneten mit Schlimmerem.


Die französische Großbank Société Générale hat im Jahr 2017 einen Rückschlag erlebt. Das Nettoergebnis von 2,8 Milliarden Euro liegt 27,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Die Einnahmen sanken um 5,3 Prozent auf 23,9 Milliarden Euro. Das drittgrößte französische Geldinstitut wurde vor allem durch Sondereffekte im 4. Quartal belastet. Steuerreformen in Frankreich und in den USA schlugen mit 416 Millionen Euro zu Buche. Auch die Neustrukturierung der Filialen in Frankreich wirkte sich negativ aus. Bankchef Frédéric Oudéa betonte aber, dass im laufenden Jahr das wirtschaftliche Umfeld „langsam positiver“ werde.

Aufgrund der Sondereffekte wurde im 4. Quartal nur ein Überschuss von 69 Millionen Euro erzielt. Im gleichen Zeitraum 2016 waren es noch 390 Millionen Euro, obwohl die Einnahmen von 6,32 Milliarden auf 6,13 Milliarden Euro stiegen. Die beiden Kennzahlen lagen allerdings noch über den Erwartungen der Analysten. Diese hatten die die Bank für den Zeitraum schon weit in den roten Zahlen gesehen und sogar mit einem Verlust von über 300 Millionen Euro im 4. Quartal gerechnet. Bei bei den Einnahmen lag die Prognose bei 5,9 Milliarden Euro.

Nun, da die Zahlen besser ausgefallen sind als gedacht, reagieren die Märkte positiv, zumal die Probleme im 4. Quartal von der Bank bereits angekündigt waren. Die Aktie stieg am Donnerstag zeitweise um über vier Prozent. Sie hat seit Anfang Januar damit schon über sieben Prozent gewonnen, nachdem sie im vergangenen Jahr fast acht Prozent verloren hatte. Insgesamt hat sie in drei Jahren aber über 26 Prozent zugelegt. Analysten sehen sie in den nächsten drei Monaten weiter im Aufwind.


Beim Privatkundengeschäft in Frankreich, wo Neuverhandlungen von Krediten sich negativ auswirken, sank der Nettoerlös im 4. Quartal um 4,3 Prozent, von Juli bis September war er auch schon um 12,2 Prozent gesunken, insgesamt im Jahr um rund 30 Prozent. Für dieses Jahr rechnet das Geldinstitut mit einer Stabilisierung im Privatkundengeschäft. Dafür läuft es in der internationalen Sparte des Geldhauses wieder besser, vor allem in Russland.

Die Kernkapitalquote der Bank sank von 11,7 Prozent im Vorquartal auf 11,4 Prozent im Dezember. Dennoch will die Bank die Dividende stabil bei 2,20 Euro pro Aktie halten. Im November hatte sich die Société Générale bei der Vorstellung des Strategieplans für 2020 mindestens 2,20 Euro als Ziel gesetzt.

Allerdings warten weitere Schwierigkeiten auf die französische Großbank. Der französische Fiskus soll eine Steuernachzahlung von 2,2 Milliarden Euro fordern. Diese steht noch im Zusammenhang mit dem Skandalbanker Jérôme Kerviel, der die Bank schwer geschädigt hat. Die Verluste wurden im Jahr 2008 auf 4,9 Milliarden Euro beziffert. Der französische Staat gewährte deshalb 2009 und 2010 einen Steuerkredit, den der Fiskus nun „in Frage stellen will“, so die Bank. Allerdings will das Geldinstitut dagegen gerichtlich vorgehen, was eine Zahlung der Steuerschuld in weite Ferne rückt. Das kann einige Jahre dauern. Deshalb hat die Bank auch noch keine Rückstellungen dafür gebildet.