Gewinnrückgang bei Buffett


Berkshire Hathaway, die Holding von Warren Buffett, meldete für das zweite Quartal 2017 einen Gewinn von 4,96 Milliarden Dollar, ein Rückgang um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Verantwortlich für den Rückgang war unter anderem das Versicherungsgeschäft: Das verzeichnete ein Minus von 22 Millionen Dollar, während es im Vorjahr noch 337 Millionen Dollar Gewinn erwirtschaftet hatte. Die Geschäftsergebnisse der Versicherung schwanken allerdings kurzfristig stark, die roten Zahlen sind daher nur eingeschränkt aussagekräftig.

Auch in dem riesigen Aktienportfolio von Buffett lief es nicht großartig. Zwar stieg der Wert des Portfolios um 143 Millionen Dollar, im Vorjahr hatte das Plus noch bei 394 Millionen Dollar gelegen. Die größte Position ist die Bank Wells Fargo, dessen Kurs in diesem Jahr um vier Prozent zurückging. Buffett glaubt aber weiter an US-Banken: Erst im vergangenen Juni wandelte er Vorzugsaktien der Bank of America, die ihm mit sieben Prozent zum größten Aktionär des Geldinstituts machen.
Eine Kennzahl ging allerdings nach oben, auf die Buffett großen Wert legt: Der Buchwert. Der „book value“ von Berkshire Hathaway stieg im ersten Halbjahr 2017 um 6,2 Prozent auf 182 816 Dollar je Aktie, während er im gleichen Zeitraum im Vorjahr nur um 2,9 Prozent gestiegen war. Derzeit liegt die Aktie – die zuletzt stark gestiegen war – bei 270.000 Dollar.


Erfreulich für Buffett ist die Erholung im Eisenbahngeschäft. Berkshire Hathaway besitzt seit 2009 BSNF, einem der größten Frachtbahnanbieter der USA. Das Geschäft war in den vergangenen Jahren nach einem längeren Boom eingebrochen, es wurde aufgrund schwacher Rohstoffpreise weniger Öl und Kohle transportiert. Die Abwärtsbewegung ist gestoppt, die Branche meldete leicht bessere Wagenladungen. BSNF erzielte einen Umsatz von 5,25 Milliarden Dollar, fast 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zu Berkshire Hathaway gehören über 80 Firmen - von Versicherern, Einzelhandelsgrößen und Autohäusern bis hin zu Zeitungen und einer Frachteisenbahn. Zudem hält Buffetts Konglomerat große Aktienanteile an diversen börsennotierten Konzernen wie Apple, Coca-Cola, Goldman Sachs oder Kraft Heinz. Der 86-jährige Starinvestor, der wegen seiner seines Riechers für lukrative Geschäfte das „Orakel von Omaha“ genannt wird, führt die Gesellschaft seit über 50 Jahren.