Gewinneinbruch bei Ryanair – Billigflieger in der Krise

Der irische Billigflieger Ryanair hat am Montagmorgen seine Bilanz des ersten Geschäftsquartals vorgelegt. Hier die wichtigsten Zahlen.

  • Der Umsatz stieg um neun Prozent auf 2,079 Milliarden Euro, die Zahl der Passagiere um sieben Prozent auf 37,6 Millionen.
  • Der Gewinn im ersten Quartal fiel um heftige 20 Prozent auf 319 Millionen Euro. Trotz des starken Rückgangs liegt der Gewinn damit über den Schätzungen der Analysten, die im Schnitt mit 305 Millionen Euro gerechnet hatten.
  • Für das Gesamtjahr hält Ryanair an der Prognose eines Gewinns zwischen 1,25 Milliarden und 1,35 Milliarden Euro fest. Im Jahr zuvor waren es allerdings 1,45 Milliarden Euro.

Das fällt positiv auf

Ticketpreise: Für Ryanair gibt es leider wenig Positives zu vermelden. Aber dass die Ticketpreise fallen, ist immerhin für die Passagiere eine gute Nachricht. Der durchschnittliche Preis für ein Flugticket von Ryanair fiel um vier Prozent auf 38,68 Euro. Das Angebot in Europa an Tickets sei hoch, dabei würden wegen des heißen Wetters weniger Menschen reisen, und auch die Fußballweltmeisterschaft und die Streiks hätten die Reiselust gedämpft, erklärte Ryanair-Chef Michael O´Leary. Auch im zweiten Quartal dürften die Ticketpreise um gerade einmal ein Prozent steigen – bislang hatte Ryanair mit einem Plus von vier Prozent gerechnet.


Das fällt negativ auf

Kosten steigen: Die Nettomarge ging um sechs Prozentpunkte zurück auf 15 Prozent. Das liegt vor allem an den höheren Kosten, die Ryanair für bessere Mitarbeiterlöhne und höhere Ölpreise in Kauf nehmen musste.

Was jetzt passiert

Streikwelle droht: Am Mittwoch und Donnerstag drohen die bislang heftigsten Streiks der Airline. Crew-Mitglieder in Spanien, Portugal und Belgien wollen ihre Arbeit niederlegen. Davon betroffen sind fast 50.000 Passagiere. Man habe versucht, die Auswirkungen auf die Passagiere so gering wie möglich zu halten, indem man die Flüge schon Tage vorher gecancelt habe und die betroffenen Passagiere informiert habe, erklärte O´Leary.

Gleichwohl rechnet er im Sommer noch mit weiteren Streiks, da Ryanair „nicht bereit ist, unangemessenen Forderungen zuzustimmen, die entweder unsere niedrigen Tarife oder unser hocheffizientes Modell beeinträchtigen“. Vor allem mit Mitarbeitern in Irland, Deutschland und Portugal gebe es Probleme. Wenn man keine Lösung finde, drohte O´Leary, könnte Ryanair Flugzeuge von diesen Standorten an andere Orte transferieren, wodurch Arbeitsplätze verloren gehen würden.

Was gibt es noch Interessantes?

Ryanair-Chef O´Leary warnt wieder eindringlich vor dem Brexit. Die Folgen würden in Großbritannien unterschätzt, sagt der Ire. Die Wahrscheinlichkeit, dass Großbritannien ohne Abkommen aus der EU ausscheide, ist seiner Meinung nach gestiegen. Für die britischen Investoren seiner Gesellschaft könnte der Brexit sogar dazu führen, dass ihre Aktionärsrechte eingeschränkt werden.

Außerdem beschwert sich der Ire über den deutschen Konkurrenten Lufthansa, der mit der Ryanair-Beteiligung Laudamotion geschlossene Verträge nicht einhalte, sagt O´Leary. Die beiden Konkurrenten treffen sich deswegen im Herbst vor Gericht.