Gewinneinbruch bei H&M

Der schwedische Moderiese H&M hat zu Beginn seines neuen Geschäftsjahres einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet. Der schwedischen Modekette macht insbesondere die Abwanderung von Kunden zu Online-Anbietern zu schaffen

Nach einem Gewinneinbruch im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres ist der Aktienkurs des schwedischen Moderiesen H&M auf den tiefsten Stand seit mehr als zehn Jahren gefallen. Im ersten Quartal sackte der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent ab, wie H&M am Dienstag mitteilte. Grund dafür war dem Unternehmen zufolge auch der schleppende Absatz von Frühjahrsmode wegen des kalten Winters.

Insgesamt ging der Nettogewinn im ersten Quartal von Dezember bis Februar auf 1,37 Milliarden Kronen (135 Millionen Euro) zurück. Ein Jahr zuvor hatte der Quartalsgewinn noch 2,46 Milliarden Kronen betragen. Der Umsatz sank zum Auftakt des neuen Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent auf 46,2 Milliarden Kronen.

"Der Beginn des Jahres war hart", erklärte H&M-Chef Karl-Johan Persson. "Das hohe Maß an Räumungsverkäufen verbunden mit dem außergewöhnlich kalten Winter haben einen negativen Einfluss auf die Verkäufe von Frühjahrskleidung gehabt."

In Deutschland, dem wichtigsten Markt für das schwedische Unternehmen, gaben die Verkaufszahlen um sechs Prozent nach. In Frankreich brachen sie um zehn Prozent ein. Die H&M-Aktie gab nach Veröffentlichung der Quartalszahlen gegen Dienstagmittag um 6,3 Prozent nach und notierte bei 119 Kronen - das war der niedrigste Stand seit dem Jahr 2005.

Der schwedischen Modekette macht vor allem die Abwanderung von Kunden zu Online-Anbietern zu schaffen. Im Dezember hatte H&M angekündigt, im Zuge einer beschleunigten "Transformation" des Unternehmens auch Filialen zu schließen.

Für 2018 peilt das Unternehmen nun einen Anstieg der eigenen Online-Verkäufe um mehr als 25 Prozent an. H&M werde auf längerfristige Sicht mit seinem Wissen und seiner Erfahrung "durch Zeiten wie diese" steuern, erklärte Persson.