Der Gewinn der HSH Nordbank geht deutlich über die bisherigen Erwartungen hinaus. Das könnte den Kaufpreis kurzfristig treiben.

Der Gewinn der HSH Nordbank geht deutlich über die bisherigen Erwartungen hinaus. Das könnte den Kaufpreis kurzfristig treiben.


Noch im November, als die Neun-Monats-Zahlen präsentiert wurden, hielt sich der Vorstand der HSH Nordbank zurück. Nein, die gut 200 Millionen Euro Vorsteuerergebnis können nicht hochgerechnet werden auf das Gesamtjahr, man bleibe bei der konservativen Prognose von 120 Millionen Euro für das gesamte Jahr.

Tatsächlich wird die Bank im abgelaufenen Jahr sogar die Neun-Monats-Zahlen toppen. Finanzkreise bestätigten ein Vorsteuerergebnis von voraussichtlich knapp 300 Millionen Euro, über das die Nachrichtenagentur Reuters zuerst berichtet hatte. Die Bank selbst hielt sich bedeckt.

Das gute Ergebnis erklärt auch die Höhe der Verkaufspreise, die zwischen 700 Millionen Euro und eine Milliarde Euro taxiert werden. Die Mehrheitseigner Schleswig-Holstein und Hamburg müssen sich bis Ende Februar von der Bank trennen. Das ist eine Auflage der EU-Kommission für gewährte Beihilfen. Ansonsten wird das Institut abgewickelt. Doch alles deutet darauf hin, dass die Kaufverträge mit den Finanzinvestoren Cerberus und J.C. Flowers bis Ende des Monats unterzeichnet werden können.

Nach der Privatisierung dürfte es bei der HSH Nordbank zu personellen Einschnitten kommen. So gehen Beobachter davon aus, dass die neuen Eigner kaum an zwei Sitzen in Hamburg und Kiel festhalten werden. Zudem waren nicht wenige Mitarbeiter mit der Betreuung der faulen Kredite beschäftigt, die zuletzt im großen Stil abgebaut wurden. Ende September waren insgesamt noch gut 1960 Mitarbeiter beschäftigt. Nach dem Verkauf dürften zehn bis 30 Prozent der Arbeitsplätze wegfallen, hieß es in Finanzkreisen.