Gewichtheben: Deutscher Verband fordert Rücktritt der IWF-Führung

SID
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Angesichts des drohenden Aus für die Olympischen Sommerspiele in Paris 2024 hat der Bundesverband Deutscher Gewichtheber (BVDG) einen kompletten Neuanfang im skandalumwitterten Weltverband IWF gefordert. In einem Offenen Brief sprach sich der neue BVDG-Präsident Florian Sperl für einen "sofortigen Rücktritt" der gesamten IWF-Führung sowie der IWF-Exekutive aus. Zudem fordert der BVDG unter anderem die Wiedereinsetzung der früheren Interimspräsidentin Ursula Papandrea bis zu den nächsten Wahlen.

"Nutzen wir die letzte Chance, unsere Sportart vor dem Ausschluss aus den Olympischen Spielen zu retten", hieß es in dem Brief. Zudem forderte der BVDG unter anderem eine Begrenzung der Amtszeiten auf maximal acht Jahre und die Aufnahme je eines männlichen und weiblichen Athletenvertreters in die Exekutive.

Die IWF steht seit Monaten in den Negativschlagzeilen. Der umstrittene Langzeit-Präsident Tamas Ajan war im April angesichts schwerer Vorwürfe der Doping-Vertuschung und Untreue zurückgetreten. Zudem hatte ein Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur ein düsteres Bild der Situation im Gewichtheben gezeichnet.

Im Oktober hatte ein "Putsch" für weiteres Aufsehen gesorgt. Die vom Internationalen Olympische Komitee (IOC) geschätzte Interimspräsidentin Papandrea war von einer Riege langjähriger Führungskräfte entmachtet worden. Das IOC hatte zudem mehrmals den Platz der Sportart im Programm der Spiele in Paris infrage gestellt. Verringert wurden bereits die Anzahl der Quotenplätze, die Anzahl der Entscheidungen wurde um vier gekürzt.