Gewerkschafter fordern von Modefirmen bessere Arbeitsbedingungen bei Zulieferern

Modegeschäft in Nordrhein-Westfalen

Niedriglöhne, willkürliche Entlassungen, fehlende Arbeitssicherheit: Gewerkschafter aus Deutschland, Indien und Bangladesch fordern bessere Bedingungen für Beschäftigte bei den Zulieferern internationaler Modekonzerne. "H&M und andere Modeunternehmen stehen in der Pflicht, auf ihre Zulieferer Druck auszuüben, damit sich die Arbeitsbedingungen endlich verbessern", forderte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger am Freitag in Berlin bei der Übergabe eines Forderungspapiers an die Geschäftsführung des schwedischen Textilunternehmens.

H&M sei nicht das einzige Unternehmen, "bei dessen Zulieferern grundlegende Arbeits- und Menschenrechte missachtet werden", teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit. Es sei aber ein Konzern, bei dem Gewerkschafter international eng zusammenarbeiteten, "um Gewerkschaftsstrukturen bei den Zulieferern aufzubauen". Das Forderungspapier an H&M wird nach Angaben der Gewerkschaft auch vom Verdi-Arbeitskreis Junge Mode und der Betriebsräteversammlung des schwedischen Unternehmens unterstützt.

Verdi erklärte, sich mit den Forderungen künftig auch an andere Modeunternehmen wenden zu wollen. Denn noch immer würden bei Zulieferern in Indien, Bangladesch und Sri Lanka Arbeiter bedroht, "die Gewerkschaften gründen wollen oder sich für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen", erklärte Nutzenberger. "Wir erwarten von H&M und anderen Unternehmen, dass den wohlklingenden Versprechungen endlich Taten folgen", forderte Amirul Haque Amin, Vorsitzender der National Garment Worker Foundation aus Bangladesch.

Vor vier Jahren hatte die tödliche Katastrophe im Fabrikkomplex Rana Plaza in Bangladesch ein Schlaglicht auf die Probleme in asiatischen Textilfabriken geworfen. Menschenrechtsorganisationen und Aktivisten der Branche fordern seitdem stetig mehr Transparenz der Firmen sowie sichere Arbeitsbedingungen in den Fabriken.