Gewerkschaften weiten Warnstreiks im öffentlichen Dienst aus

Vor der am Wochenende anstehenden nächsten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst haben die Gewerkschaften ihre Warnstreiks noch einmal ausgeweitet. Bundesweit legten laut Verdi mehr als 45.000 Beschäftigte die Arbeit nieder

Vor der am Wochenende anstehenden nächsten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst haben die Gewerkschaften ihre Warnstreiks noch einmal ausgeweitet. Am Donnerstag legten bundesweit mehr als 45.000 Beschäftigte die Arbeit nieder, wie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mitteilte. Auch am Freitag müssen sich Bürger wieder auf Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaften machen bereits die ganze Woche mit Warnstreiks Druck auf die Arbeitgeber.

In insgesamt elf Bundesländern wurde laut Verdi am Donnerstag gestreikt. Von den Arbeitsniederlegungen waren demnach nahezu alle Bereiche des öffentlichen Diensts von Bund und Kommunen betroffen. In vielen Städten fuhren Busse und Bahnen nicht, Kitas blieben geschlossen. Auch bei der Müllabfuhr, in Krankenhäusern oder Arbeitsagenturen kam es zu Arbeitsniederlegungen.

Auch am Freitag soll es weitere Warnstreiks geben. Diese betreffen laut Verdi vor allem den öffentlichen Dienst in Hessen, Rheinland-Pfalz, Hamburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Gewerkschaften hatten bereits in den vergangenen Tagen mit Warnstreiks Druck auf die Arbeitgeber gemacht. Laut Verdi traten am Mittwoch 25.000 Beschäftigte in sechs Bundesländern in den Ausstand.

Die Tarifverhandlungen für die 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen sollen am Sonntag und Montag in Potsdam fortgesetzt werden. In beiden bisherigen Verhandlungsrunden legten die Arbeitgeber noch kein Angebot vor. Die Gewerkschaften fordern ein Gehaltsplus von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro monatlich mehr.

"Wir erwarten bei der dritten Verhandlungsrunde einen Durchbruch", erklärte Verdi-Chef Frank Bsirske. Angesichts sprudelnder Steuereinnahmen müsse für die Beschäftigten deutlich mehr drin sein als in den vergangenen Jahren. Vor allem die unteren Einkommensgruppen benötigten einen deutlichen Sprung nach oben.

Eine Mehrheit der Bundesbürger zeigt derweil Verständnis für die Warnstreiks im öffentlichen Dienst. In einer von der "Rheinischen Post" veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey gab mehr als die Hälfte der Befragten (54,3 Prozent) an, Verständnis für die Arbeitsniederlegungen zu haben. Mehr als ein Drittel (37,2 Prozent) lehnte die Warnstreiks ab. Die übrigen Befragten (8,5 Prozent) waren unentschlossen.