Gewerkschaften NGG und IG BAU begrüßen Kompromiss zur EU-Entsenderichtlinie

Die Einigung der EU-Staaten auf neue Regeln gegen Lohndumping wird von Gewerkschaftsseite begrüßt. Die Arbeitnehmervertreter hätten sich "seit Jahren" für eine Überarbeitung der Regeln eingesetzt, "um Schlupflöcher zu schließen", sagte die Sprecherin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Karin Vladimirov, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Wichtig sei nun, dass die Kontrollen gut funktionierten.

Unternehmen versuchten immer wieder, etwa Vorgaben zu Arbeitszeit und Überstunden zu umgehen - oder zögen den Arbeitnehmern in der Fleischbranche, wo ein Branchenmindestlohn gilt, die Kosten für Transport und Unterbringung vom Gehalt ab, kritisierte Vladimirov.

Auch die Gewerkschaft IG BAU äußerte Zustimmung zum Prinzip "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit". Das sei ein "erster richtiger Schritt" und eine arbeitsrechtliche Verbesserung, sagte ein Sprecher der AFP. Die Gewerkschaft wünsche sich nun, dass es entsprechend im Europäischen Parlament zu einer Einigung komme.

Die EU-Arbeits- und Sozialminister hatten sich am Montagabend in Luxemburg auf einen Kompromiss im Streit um eine Reform der Entsenderichtlinie geeinigt. Damit soll sichergestellt werden, dass Arbeiter für gleiche Arbeit am gleichen Ort die gleiche Bezahlung erhalten. Die Minister einigten sich zudem darauf, die Entsendungen auf maximal 18 Monate zu begrenzen. Nach zwölf Monaten muss dabei ein gesonderter Antrag auf eine Verlängerung gestellt werden.