Gewerkschaft warnt vor Übernahme des Klinikbetreibers Rhön durch Asklepios

Rettungswagen

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Hessen hat vor den Plänen des Klinikbetreibers Asklepios gewarnt, den Konkurrenten Rhön zu übernehmen. Das berge Risiken für Patienten und Beschäftigte, erklärte der Landesverband am Mittwoch. Beim privaten Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) hätten Landesregierung und Bürger keinen Einfluss auf einen möglichen Eigentümerwechsel. Das UKGM sei "zur Handelsware und zum Spekulationsobjekt geworden", kritisierten die Gewerkschafter.

Das Uni-Klinikum ist nach eigenen Angaben mit knapp 10.000 Mitarbeitern in 80 Einzelkliniken das drittgrößte Deutschlands und seit 2006 zu 95 Prozent im Besitz der Rhön-Klinikum AG - den Rest hält das Land Hessen.

Verdi erklärte, Asklepios zeige sich in dem Bundesland bislang als rein renditeorientierter Konzern und sei aus allen Tarifverträgen mit der Gewerkschaft ausgestiegen. "Solch eine Haltung passt nicht ins Gesundheitswesen." Die Arbeitnehmervertreter wollen, dass die Landesregierung angesichts der von Asklepios angestrebten Rhön-Übernahme für die Rechte der Beschäftigten an den hessischen Standorten eintritt.

Die Asklepios-Gruppe mit Sitz in Hamburg, nach eigenen Angaben mit rund 160 Einrichtungen "Europas größter Klinikbetreiber in privatem Familienbesitz", sichert sich derzeit eine Mehrheitsbeteiligung am Rhön-Konzern - unter Mithilfe von dessen Gründer Eugen Münch. Am Mittwoch erklärte Asklepios, "ein weiteres Aktienpaket über rund 1,08 Prozent der Stimmrechte" erworben zu haben. Diese will das Unternehmen mit seinem bestehenden Anteil sowie Münchs Aktien in einer neuen Joint-Venture-Gesellschaft bündeln.

Diese hätte laut Asklepios nun "eine Stimmrechtsmehrheit von knapp über 50 Prozent an Rhön", muss aber kartellrechtlich noch genehmigt werden. Daneben hatte Asklepios bereits am Freitag angekündigt, auch alle übrigen Rhön-Aktien Dritter kaufen zu wollen. "Auch nach Vollzug der Transaktion soll Rhön ein eigenständiges Unternehmen bleiben", erklärte die Hamburger Klinikgruppe.