Gewerkschaft ruft Air-Berlin-Piloten zu Aufrechterhaltung von Flugbetrieb auf

Fluggesellschaft hat Mitte August Insolvenz angemeldet

Nach dem Ausfall dutzender Air-Berlin-Flüge durch die Krankmeldung zahlreicher Piloten hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) an die Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft appelliert, den Betrieb der insolventen Airline sicherzustellen. Es sei "extrem wichtig, dass der Flugbetrieb weiter läuft", sagte Cockpit-Sprecher Markus Wahl am Dienstag in Frankfurt am Main. Ansonsten sei ein Lösungsweg am Verhandlungstisch "unmöglich".

Es müsse vermieden werden, dass die Flugzeuge von Air Berlin am Boden bleiben, sagte Wahl. Zugleich signalisierte der Gewerkschafter Verständnis für die Betroffenen - bei vielen herrsche "Angst und Verzweiflung". Diese müsse aber in "geordnete Bahnen" zu Verhandlungen über einen geordneten Übergang der Beschäftigten gelenkt werden.

Zuvor hatte bereits die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Mitarbeiter von Air Berlin aufgefordert, den Flugbetrieb weiter aufrecht zu erhalten, um die Arbeitsplätze nicht zu gefährden. Allerdings seien die Krankmeldungen nicht verwunderlich, da es um die "Existenzen ganzer Familien" gehe.

Air Berlin kritisierte die spontanen Krankmeldungen hingegen scharf. Diese seien "existenzbedrohend" für die Airline, erklärte Konzernchef Thomas Winkelmann und verwies auf derzeit laufende "finale Gespräche mit möglichen Investoren". Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Am Freitag endet die Bieterfrist.