Gewerkschaft bemängelt schlechte Bezahlung von Friseur-Azubis

dpa-AFX

LEIPZIG/HALLE (dpa-AFX) - Die Gewerkschaft Verdi fordert bessere Arbeitsbedingungen für die rund 23 000 Friseur-Azubis in Deutschland. "Auszubildende im Friseurhandwerk sind völlig unterbezahlt", sagte Verdi-Sprecher Marvin Reschinsky. In Ostdeutschland bekämen angehende Friseure im Schnitt 269 Euro im Monat, im Westen seien es 494 Euro.

Besonders niedrig sei die Ausbildungsvergütung in Sachsen-Anhalt: Bisherige Regelungen sähen hier 153 Euro monatlich vor. In Sachsen seien es monatlich 200 Euro und in Thüringen 205 Euro. Daneben müssten Azubis oft fachfremde Aufgaben erfüllen - wie Putzen und Kaffee kochen. Teure Ausrüstung müssten sie teils selbst bezahlen.

Mit Protestaktionen in rund 20 deutschen Städten, darunter Halle und Leipzig, will Verdi an diesem Dienstag auf die Probleme aufmerksam machen. Ziel der Aktion "Besser abschneiden" ist unter anderem eine Mindestvergütung für angehende Friseure von 325 Euro monatlich im ersten Ausbildungsjahr.

Für die Tarife sind im Friseurhandwerk die Landesinnungsverbände zuständig. Auch die meisten Friseur-Landesverbände wollten die Vergütung der Auszubildenden verbessern, teilte der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks mit. Neue Verträge seien bislang aber nicht abgeschlossen worden.

Die Gespräche mit Verdi seien zum Erliegen gekommen, teilte der Zentralverband mit. Verdi strebe eine bundeseinheitliche Lösung an. Aber die unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Bundesländern erschwerten eine Einigung auf eine solche länderübergreifende Regelung.