Gewalt gegen Kinder: Bericht: Alle 43 Minuten wird in Berlin ein Kind misshandelt

Immer häufiger werden Kinder in Berlin körperlich oder seelisch misshandelt

In Berlin hat es im vergangenen Jahr so viele Fälle von Kindeswohlgefährdung wie noch nie gegeben. Insgesamt sei die Zahl auf 12.175 Fälle gestiegen - etwa 80 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Durchschnittlich werde damit in der Hauptstadt alle 43 Minuten ein Kind körperlich oder seelisch misshandelt. Das geht aus einer Antwort der Senatsjugendverwaltung auf eine Parlamentsanfrage des SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck hervor, über die die "B.Z." berichtet.

Trauriger Spitzenreiter unter den Bezirken sei demnach Neukölln. Dort habe es im vergangenen Jahr 1950 Verfahren gegeben, rechne man die Fehlmeldungen heraus. Dahinter folgten Mitte (1535), Tempelhof-Schöneberg (1371), Friedrichshain-Kreuzberg (1222), Lichtenberg (1008), Reinickendorf (867), Marzahn-Hellersdorf (853), Spandau (797), Treptow-Köpenick (785), Pankow (665), Charlottenburg-Wilmersdorf (664) und Steglitz-Zehlendorf (458).

300 Fälle sexueller Gewalt an Kindern

2191 Kinder wurden dem Bericht zufolge in Obhut genommen. Vor allem Polizei, Schulen und Nachbarn Kindeswohlgefährdungen an die Ämter gemeldet. Vernachlässigungen und psychische Misshandlungen durch Erziehungsberechtigte gehörten demnach zu den häufigsten Delikten. In 300 Fällen sei es zu sexueller Gewalt gekommen.

Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) betonte die Bedeutung der Jugendämter für die Kinder: "Dass die Zahl der Verfahren gestiegen ist, zeigt, dass viele Kinder in dieser Stadt auf unsere Hilfe angewiesen sind", sagte sie gegenüber der "B.Z."...

Lesen Sie hier weiter!