Gesunkene Beteiligung an Protest gegen Änderung des Arbeitsrechts in Frankreich

Marseille: Symbolisch das Arbeitsrecht zu Grabe getragen

An neuen Protesten gegen die Änderungdes Arbeitsrechts in Frankreich haben sich deutlich weniger Menschen beteiligt als zuvor: Im südfranzösischen Marseille gingen nach Angaben der Gewerkschaft CGT am Donnerstag 20.000 Demonstranten auf die Straße, in Paris waren es 25.000. Das waren nicht einmal halb so viele wie bei den Kundgebungen in den vergangenen Wochen.

Es war der dritte landesweite Aktionstag seit Inkrafttreten des neuen Arbeitsgesetzes im September. Diesmal hatten sich aber keine anderen Gewerkschaften dem Aufruf der CGT angeschlossen. Auch in Städten wie Lyon, Rennes und Toulouse blieb die Beteiligung gering.

CGT-Chef Philippe Martinez gab sich dennoch kämpferisch. Die Proteste würden "bis zum Ende" fortgesetzt, sagte er. Die Gewerkschaft beruft sich auf Umfragen, wonach 65 Prozent der Franzosen die Reform des Arbeitsrechts ablehnen. Mit ihr werden die 35-Stunden-Woche und der Kündigungsschutz gelockert.

An einem Generalstreik aller Gewerkschaften im öffentlichen Dienst hatten sich am 10. Oktober nach Polizeiangaben noch mehr als 200.000 Menschen beteiligt. Die Regierung verhandelt mit Vertretern von Beschäftigten und Unternehmen bereits über ein zweites Maßnahmenpaket. Dabei geht es unter anderem um Änderungen bei der Arbeitslosenversicherung. Sie sollen im kommenden Frühjahr in Gesetzesform gegossen werden.