Gesundheitszustand von chinesischem Menschenrechtler verschlechtert sich

Liu Xiaobo mit seiner Frau im Oktober 2002

Der Gesundheitszustand des an Leberkrebs erkrankten chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo hat sich weiter verschlechtert. Das behandelnde Krankenhaus teilte am Donnerstag mit, dass die Leberfunktion des 61-Jährigen schlechter geworden sei. Außerdem könne es sein, dass Liu ein Blutgerinnsel in der Wadenmuskulatur habe. Sein Behandlungsplan sei überarbeitet worden.

Das Europaparlament forderte China unterdessen dazu auf, Liu eine Behandlung im Ausland zu ermöglichen. In einer Resolution heißt es, Liu soll sich dort behandeln lassen, "wo er und seine Frau es wünschen". Seine Ehefrau Liu Xia steht seit 2010 unter Hausarrest. Die Forderung war bereits von Menschenrechtsaktivisten sowie mehreren westlichen Ländern erhoben worden.

In der Resolution des EU-Parlaments bedauern die Abgeordneten grundsätzlich die Lage der Menschenrechte in China. "Die Regierung zeigt sich immer feindseliger gegenüber friedlichem Widerstand, der Rechtsstaatlichkeit, der Meinungsfreiheit und der Religionsfreiheit", schreiben die Abgeordneten. Die Lage habe sich seit 2013 verschlechtert.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Liu medizinische Hilfe aus dem Ausland erhalten soll. Auf Bitten seiner Familie seien führende Experten aus den USA, Deutschland und anderen Ländern eingeladen worden, Liu zu behandeln.

Der Dissident war kürzlich wegen seiner schweren Erkrankung aus dem Gefängnis entlassen worden und in das Universitätskrankenhaus in Shenyang überstellt worden. Er war 2009 wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Jahr später wurde der Schriftsteller und Menschenrechtler in Abwesenheit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.