Gesundheit: "Auch kleine Schritte sind wichtige Schritte"

Dr. Martin Köhler, Ärztlicher Direktor der Helios Klinik Hohenstücken

Die Helios Klinik Hohenstücken in Brandenburg/Havel ist spezialisiert auf neurologisch erkrankte Säuglinge, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Wir haben die Klinik besucht und sprachen mit dem Ärztlichen Direktor Dr. Martin Köhler über Therapiemaßnahmen, die Rolle der Familie – und warum es lohnt, die Hoffnung nie aufzugeben.

Ihre Patienten hoffen und erwarten, dass die Reha ihnen den Weg zurück ins Leben ebnet. Wie gelingt das?

Martin Köhler: Zurück ins Leben – das ist eine problematische Formulierung. Sie impliziert, dass Menschen in einem schwerkranken Zustand kein Leben haben. Doch für uns hat jedes Leben Qualität.

Dann sprechen wir vielleicht besser vom Alltag...

... und unterscheiden zwischen zwei Patientengruppen. Zur einen Hälfte haben unsere Patienten eine chronische neurologische Erkrankung. Das sind häufig vorgeburtliche Schäden. Oder es sind Krankheiten, bei denen sich das Befinden langsam verschlechtert, etwa bei Muskelschwund. Da geht es darum, den Patienten zu helfen, mit ihrem Handicap möglichst gut zu leben und ein Stück weit die Belastungen zu minimieren. Die andere Hälfte kommt nach einem akuten Ereignis.

Akutes Ereignis: Was ist damit gemeint?

Das sind Verkehrs- und Ertrinkungsunfälle, Stürze aus dem dritten bis achten Stockwerk, OP-Zwischenfälle mit Herzstillstand, Hirnblutungen. Auch Patienten, die sich in suizidaler Absicht vor den Zug geworfen haben, und Kindesmisshandlungen sind dabei. Diese Patienten haben Verletzungen davon getragen, die den Kopf b...

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