"Gesundes Budget": Wie Williams die Verluste 2020 kompensiert

Juliane Ziegengeist

Trotz des Rückgangs der Preisgelder und dem Wegfall einiger Sponsorenverträge sieht sich Williams für die Formel-1-Saison 2020 beim Budget auf der sicheren Seite. Eine Reihe neuer Sponsoren und der Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung am Geschäftszweig Williams Advanced Engineering (WAE) haben dazu beigetragen.

Kurz vor Weihnachten kündigte Williams an, dass man die Mehrheit an WAE an eine unabhängige, von EMK Capital kontrollierte Private-Equity-Firma verkaufen wird. Bei der Ankündigung des Testfahrer-Deals mit Roy Nissany, der ebenfalls Geld mitbringt, sprach die stellvertretende Teamchefin Claire Williams nun Klartext.

"Sponsoring ist hart, es ist nicht einfach", sagte sie gegenüber 'Motorsport.com' in Bezug auf die Finanzierung für 2020. "Wir alle wissen das, und ich glaube nicht, dass irgendein Team den Sponsoringmarkt in der Formel sehr einfach findet." Dennoch habe man einige neue Partner gewinnen und das Budget aufstocken können.

Williams hielt fest: "Unser Geschäftsmodell beruht tatsächlich stark auf Sponsoring und es ist nie einfach. In den letzten Jahrzehnten war es nicht einfach, aber wir haben es trotzdem geschafft, ein gesundes Rennbudget zu finden, mit dem wir das tun können, was wir im Laufe des Jahres tun müssen. Das haben wir in diesem Jahr."

Da auch der Erlös aus dem besagten Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an WAE in das Formel-1-Team fließe, um das Budget zu stärken, habe sie keine Bedenken bezüglich 2020, bestätigte Claire Williams. Dabei ist das Team nicht nur finanziell, sondern auch sportlich zuversichtlich, nachdem das neue Auto alle Crashtests bestanden hat.

Co-Teamchefin Claire Williams macht sich aus finanzieller Sicht keine Sorgen

Co-Teamchefin Claire Williams macht sich aus finanzieller Sicht keine Sorgen LAT

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Vor einem Jahr sah das noch ganz anders aus und war der Beginn einer Abwärtsspirale für Williams. Die in Grove ansässige Mannschaft erlebte eine unglaublich enttäuschende Saison, in der sie mit dem langsamsten Auto im Feld den letzten Platz in der Konstrukteurswertung belegte. Das schlug sich auch im Budget für dieses Jahr nieder.

Die Einnahmen aus den kommerziellen Rechten gingen zurück. Hinzu kam, dass einige Sponsorenverträge ausliefen. So wechselte der langjährige Partner Unilever zu McLaren, der polnische Ölkonzern PKN Orlen schied mit dem Weggang von Robert Kubica aus. Titelsponsor Rokit bleibt der Marke hingegen bis 2023 treu.

Mit Bildmaterial von LAT.