Gespräche mit Skopje: Tsipras trifft griechische Opposition

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat verschiedene Oppositionschefs seines Landes getroffen. Das Ziel war es, Unterstützung zu bekommen, um den jahrzehntelangen Streit über den Namen des Nachbarlandes Mazedonien (FYROM) zu beenden. Es geht darum, ob die ehemalige jugoslawische Republik den Namen "Mazedonien" weiter tragen soll oder nicht .

Der Regierungschef verhandelt mit Skopje und will im Namensstreit Kompromisse finden. "Man hat sich bereits bemüht, den Namensstreit zu begraben", berichtete Tsipras dem griechischen Präsidenten Prokopis Pavlopoulos bei einem Treffen. "Ich denke, dass die Namensänderung des Flughafens und der Autobahn , die unsere beiden Länder verbindet, als positiv zu betrachten ist. Es ist ein Zeichen des guten Willens."

Athen und Skopje haben vereinbart, die Verhandlungen zu intensivieren , um zu einer Einigung in einem Konflikt zu kommen, der die Ambitionen der kleinen, aber strategisch günstig gelegenen ehemaligen jugoslawischen Republik beim Beitritt zur NATO und zur Europäischen Union behindert hat.

Deutliche Einigungen unter den Politikern gab es am Samstag aber nicht. Die größte Oppositionspartei Griechenlands Nea Dimokratia wirft dem Regierungschef einen Alleingang vor.

Für Kyriakos Mitsotakis, den Chef der konservativen Partei und Oppositionsführer im griechischen Parlament, steht fest, man wolle "die Griechen nicht trennen, um Skopje zu vereinen". Er sagte: "Die Art und Weise, wie sich die Verhandlungen entwickeln, bereitet große Sorge. Die Regierung geht bereits mit Zugeständnissen voran, ohne konkrete und definitive Vereinbarungen für das Land sicherzustellen."

Der UN-Vermittler in dem Streit, Matthew Nimetz, plant für die kommende Woche einen Besuch in Athen und anschließend in Skopje. Dort will er sich mit den Außenministern beider Länder unterhalten.

Fay Doulgeri, Euronews:

"Die Regierung will eine nationale Front in Bezug auf die Frage des Namens des Nachbarlandes bilden. Die Opposition kritisiert aber die Vor­ge­hens­wei­se der Regierung. In den nächsten Wochen werden die Spannungen mit der Vertiefung der Verhandlungen steigen."