Gesichtsyoga - Die angebliche Wunderwaffe gegen Falten

(Foto: Picture Alliance)

Gesichtsgymnastik, Gesichtsyoga, Faceforming und FaceGym – das Trainieren der Muskeln im Gesicht hat viele Namen und alle haben eins gemeinsam: Sie werden als neue Wunderwaffe gegen Falten gehandelt. Doch ist die Gesichtsgymnastik tatsächlich eine effektive Möglichkeit, um Fältchen, schräge Mundwinkel, ein Doppelkinn oder Tränensäcke zu mindern? Haben Botox und Lifting abgedankt? 

Wie funktioniert Gesichtsyoga?

Die Gesichtsgymnastik funktioniert wie ganz normale Gymnastik auch: Die Muskeln im Gesicht werden durch Spannung und Entspannung aktiviert und trainiert. Das soll die Muskulatur stärken, die Durchblutung anregen und die Haut straffen. Die Übungen variieren zwischen extremen Grimassen, langsamen kontrollierten Bewegungen der Augen oder des Mundes und immer wieder An- und Entspannung. 

Studie belegt die Wirksamkeit

Dass Gesichtsgymnastik tatsächlich Falten reduziert, versuchte eine neue Studie der Northwestern Universität nachzuweisen. Im Zuge der Studie führte eine Gruppe von 27 Frauen im Alter von 40 bis 65 Jahren zwanzig Wochen lang täglich ca. 30 Minuten bestimmte Übungen aus. Die Teilnehmerinnen konnten ihr geschätztes Durchschnittsalter um etwa drei Jahren senken. “Die Ergebnisse der Studie belegen, dass Patienten durch Gesichtsyoga eine kostengünstige, natürliche Möglichkeit haben, jünger auszusehen oder damit andere kosmetische oder Anti-Aging-Behandlungen zu ergänzen”, erklärt der leitende Autor Dr. Murad Alam, Professor für Dermatologie.

Gegensätzliche Meinungen

Allerdings scheint die Schätzung des Durchschnittsalters als Studienergebnis recht relativ. Wissenschaftlich belegen lassen sich Erfolge nur schlecht. Kein Wunder, dass es trotz der vielen Anhänger der Gesichtsgymnastik gegensätzliche Meinungen zu dem Thema gibt. 

Einige Experten sind beispielsweise der Meinung, dass die Bewegungsübungen zwar nichts gegen mimische Falten etwa auf der Stirn oder um den Mund herum ausrichten können. Aber sie würden etwas helfen bei Doppelkinn, Hängebäckchen oder Halsfalten. Also bei Alterserscheinungen, die durch die Schwerkraft verursacht werden – weil die Festigkeit des Gewebes nachlässt – und sich auch Muskeln etwas abbauen.

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Zweifel an der Wirksamkeit 

Für die Hautärztin Uta Schlossberger hingegen steht eindeutig fest: Gesichtsgymnastik kann keine Faltern wegzaubern. Ihrer Meinung nach habe diese keinerlei Einfluss auf die Struktur des Bindegewebes. Denn Unterhautgewebe geht über die Jahre verloren. Mit den Muskeln hat das nicht viel zu tun. Allerdings räumt die Dermatologin dem Gesichtstraining einen kleinen kurzfristigen Effekt ein. Denn es bringt insofern etwas, als dass es zu einer Durchblutung der Haut führt. Sie sieht rosiger aus und ist nicht mehr ganz so großporig.

Schaden tut es in keinem Falle. Und wer es einmal ausprobieren will, kann mit diesen Übungen (möglichst vier bis fünf Mal die Woche, 10 bis 15 Minuten) anfangen. 

Übung gegen Doppelkinn

Mit der Zunge wird ein Männchen gemacht, sodass diese nach oben und hinten in Richtung des Rachens gezogen wird. Das sorgt für eine Anspannung in den Halsmuskeln. Ideal sind immer 15 bis 20 Wiederholungen. Die Übungen werden langsam ausgeführt – erst anspannen und dann entspannen. 

Übung gegen Oberlippenfältchen

Die Lippen werden zum Fischmund geformt, die Wangen dabei eingezogen und die Lippen gespitzt. Jetzt wird der Mund geöffnet und geschlossen, das aktiviert die Muskulatur rund um den Mund. Abschließend versucht man mit dem Fischmund zu lächeln, um den Mund zu entspannen. 

Übung gegen Falten auf der Stirn

Machen Sie große Augen, ohne die Stirn zu runzeln und suchen Sie sich am Horizont einen Punkt. Nach zehn Sekunden gönnen Sie sich eine kurze Pause, danach wiederholen Sie das Ganze noch viermal.

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