Gesichter der Spiele: Wer Olympia prägte

Gesichter der Spiele: Wer Olympia prägte

Erfolgreiche Deutsche, stille Helden, sensationelle Sieger: Vollkommen unterschiedliche Menschen haben die Olympischen Winterspiele von Pyeongchang bereichert und geprägt. Der SID nennt 15 Beispiele:

ALJONA SAVCHENKO
Die Bezaubernde. Ihre goldene Paarlauf-Kür an der Seite von Bruno Massot ließ die Zeit stillstehen. 280 Sekunden lang blickte die Sportwelt nicht nur in Pyeongchang bewundernd und oft auch gerührt auf "Die Welt von oben". Schon jetzt ein Klassiker.

ELIZABETH SWANEY
Die Gelassene. Atemberaubende Tricks, schwindelerregende Halfpipe-Drehungen - das alles zeigte die ungarische Freestylerin nicht. Sie fuhr einfach Schwünge hin und her. Für Olympia musste die Harvard-Absolventin nur bei Weltcups mehrfach unter die besten 30 kommen. Fuhr daher dahin, wo gar keine 30 Athletinnen antraten.

LAURA DAHLMEIER
Die Erfolgreiche. Der Druck war hoch - und Dahlmeier hielt ihm stand. Mit den Siegen in Sprint und Verfolgung sowie Bronze im Einzel erfüllte sie die Erwartung im Stile einer ganz Großen. Ein Karriere-Ende nach dieser Saison ist nicht ausgeschlossen.

PITA TAUFATOFUA
Der Kämpfer. Geölte Brust, schon wieder, diesmal in Eiseskälte - sein Einmarsch bei der Eröffnungsfeier tat schon beim Zuschauen weh. Erreichte im Langlauf über 15 km staksend sein Ziel: Der Krieger aus Tonga wurde nicht Letzter. 

FELIX LOCH
Der Enttäuschte. Es hatte sich angedeutet. Auf dem Weg nach Pyeongchang mehrfach bedenklich gestolpert, warf die tückische Kurve neun den seit zehn Jahren weltbesten Rodler endgültig aus der Bahn. Kein drittes Einzelgold - und kein sicheres Gold in der Teamstaffel. Auf ein Neues in Peking.

CHRIS DEL BOSCO
Der Atemberaubende. Lieferte den Schockmoment der Spiele. Flog im Skicross 40 Meter weit und sechs Meter hoch völlig unkontrolliert durch die Luft, der Aufprall zerschmetterte ihm das Becken. Der Kanadier hielt dennoch den Daumen hoch: Das Allerschlimmste war nicht zu befürchten.

ANDREAS WELLINGER
Der Flieger. Angereist als deutsche Nummer zwei, abgereist als erfolgreichster Skispringer der Spiele. Gold und Silber im Einzel, dazu Silber im Team - mit nur 22 Jahren holte Wellinger als erster DSV-Adler der Geschichte drei Olympia-Medaillen in einem Jahr. Als Belohnung gab es stets ein Weißbier. Oder auch zwei.

KIM EUN JUNG
Die Strenge. Kopf und Chefin der "Garlic Girls", eine von fünf Kims in Südkoreas famosem Curling-Team. Wenn die Dame mit geflochtenem Haar und Sekretärinnen-Brille ihre letzten Steine legte, kochte es in der Halle wie sonst nur beim Shorttrack. Am Ende wurde es Silber.

ERIC FRENZEL
Der Tragende. Frenzel war erst der Fahnen- und Hoffnungsträger, dann trug es ihn im Einzel zu Gold, schließlich trug er die Staffel zum Olympiasieg. Der kleine Kombinations-König bleibt ein Phänomen. 

ALEXANDER KRUSCHELNIZKI
Der Erwischte. Nach dem russischen Staatsdoping in Sotschi: tatsächlich wieder ein russischer Dopingfall. Unglaublich. In A- und B-Probe positiv auf Meldonium. Torpedierte das Ziel der Russen, zur Schlussfeier unter eigener Fahne einzulaufen. Später folgte noch ein Fall: die Bob-Pilotin Nadeschda Sergejewa. Das war selbst dem IOC zu viel. 

NOH SEON YEONG 
Die Bejubelte. Trotz Erfolglosigkeit Südkoreas heimliche Heldin. Wurde nach schlechter Leistung in der Eisschnelllauf-Verfolgung von den Teamkolleginnen im Live-TV gemobbt. Der Zorn der Fans traf ihre Mitstreiterinnen, sogar Sponsoren wandten sich ab. Und Noh? Wurde bei jedem Schritt auf dem Eis gefeiert.

PATRICK REIMER
Der Entscheidende. Held der deutschen Eishockeyspieler gegen Schweden. "Merk Dir mein Gesicht", steht auch an seinem Bild im Deutschen Haus. Auf der Straße würde ihn dennoch kaum jemand erkennen. Vielleicht ändert sich das jetzt - seine betrübte Miene, als er beim goldenen Final-Tor der Russen auf der Strafbank saß, sahen Millionen.

NORDKOREAS CHEERLEADERINNEN
Die Unbekannten. Wie die mysteriöse Sanges- und Tanzgruppe der jungen Damen aus dem Norden streng choreographiert die Einheitsfähnchen schwang, bedrückte und faszinierte zugleich. Die Armee der Schönen war Kim Jong Uns Charme-Offensive und Propaganda-Truppe.

ESTER LEDECKA
Die Sensationelle. Da war Aksel Lund Svindal, ältester alpiner Olympiasieger. Da waren Lindsey Vonn (Abfahrts-Bronze), Mikaela Shiffrin (Riesenslalom-Gold und Kombi-Silber) und Marcel Hirscher (Riesenslalom-Gold und Kombi-Gold). Da war aber vor allem eine tschechische Snowboarderin, die den Super-G der Ski-Rennläuferinnen gewann. Und im Snowboard nochmals Gold holte. 

GABRIELLA PAPADAKIS
Die Entblößte. Der französischen Eistänzerin riss ein Halter des grünen Kleides, fortan kämpfte sie nicht nur um die Gunst der Kampfrichter, sondern auch darum, ihre Brust verdeckt zu halten. Es gelang nicht ganz. Am Ende: Silber um den Hals.