Gesichter der Spiele: Kamil Stoch

Gesichter der Spiele: Kamil Stoch

Eines musste Kamil Stoch noch loswerden: Er, der Tausendsassa des Skispringens, der Perfektionist und nun dreimalige Olympiasieger, sei im Privatleben ein sagenhafter Tölpel und ohne seine Ehefrau völlig aufgeschmissen, ja geradezu nicht überlebensfähig. Und deshalb holte Polens Nationalheld tief Luft und bedachte seine Ewa, die ihm kurz zuvor noch an der Schanze in die Arme gesunken war, mit der schönsten Liebeserklärung der Spiele von Pyeongchang.
"Wir können gar nicht so viel Zeit haben, damit ich meine ganzen Gefühle für sie beschreiben kann. Ich bin ihr einfach unendlich dankbar", sagte Stoch mit tränenerstickter Stimme: "Es ist so schön, dass sie hier ist. Ewa ist das beste Geschenk meines Lebens. Mein Erfolg ist ihr Erfolg. Und vor allem weiß ich, dass sie immer bei mir sein wird, was auch passieren mag."
Es war die Skisprung-Nacht der puren Emotionen: Bei Kamil Stoch, der auf der Großschanze in einem dramatischen Springen vor Andreas Wellinger gewann und damit endgültig zu den Allergrößten seiner Sportart aufstieg. Bei Ewa, die nicht nur die Liebe in Stochs Leben, sondern auch seine Managerin ist. Und bei den polnischen Skisprung-Fans, deren harter Kern quer über den Globus zu jedem Springen reist und die den Olympiasieg ihres Idols lautstark und mit Unmengen koreanischen Bieres feierten.
Auch für sie hatte Stoch eine Liebeserklärung parat, die zweitschönste an diesem Abend: "Ich bin überglücklich, sie zu haben. Ich will nichts besseres sein als sie, sondern einfach zu ihnen gehören. Wenn ich springe, möchte ich ihnen einfach etwas zurückgeben." So wie am Samstagabend.