Gesetzliche Krankenkassen mit Defizit von 1,9 Milliarden Euro im ersten Halbjahr

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Krankenhaus in Freising (AFP/LENNART PREISS)

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie hat sich die finanzielle Lage bei den gesetzlichen Krankenkassen weiter verschlechtert. Die 103 gesetzlichen Kassen verbuchten im ersten Halbjahr ein Defizit von 1,9 Milliarden Euro, wie das Bundesgesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Ressortchef Jens Spahn (CDU) bekräftigte aber das Ziel, die Beiträge für die Versicherten notfalls auch über einen höheren Bundeszuschuss 2022 stabil zu halten.

Mit dem Milliardendefizit beschleunigte sich die negative Entwicklung gegenüber dem ersten Quartal deutlich. In den ersten drei Monaten des Jahres hatte das Minus noch bei 148 Millionen Euro gelegen.

Den Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen in Höhe von rund 138,4 Milliarden Euro standen Ausgaben von rund 140,3 Milliarden Euro gegenüber. Die Finanzreserven der Krankenkassen betrugen demnach Ende Juni noch 14,8 Milliarden Euro. Die Reserven machten damit noch 0,6 Prozent der Monatsausgaben der Krankenkassen aus. Die gesetzlich vorgesehene Mindestreserve für die einzelnen Krankenkassen beträgt 0,2 Monatsausgaben.

"Die Pandemie hat auch im ersten Halbjahr 2021 die Einnahmen- und Ausgabenentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung deutlich geprägt", erklärte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Trotzdem sei es gelungen, "für 2021 die Zusatzbeitragssätze der Krankenkassen stabil und damit die Sozialabgaben unter 40 Prozent zu halten".

Dies sei auch "das gesetzlich festgelegte Ziel für 2022", betonte Spahn. Sobald im Oktober eine aktuelle Finanzprognose für die gesetzlichen Kassen vorliege, werde geprüft, ob der von der Koalition beschlossene ergänzende Bundeszuschuss von sieben Milliarden Euro für 2022 "angepasst werden muss".

Das von der Corona-Pandemie geprägte Jahr 2020 hatten die gesetzlichen Krankenkassen mit einem Defizit von rund 2,65 Milliarden Euro abgeschlossen.

mt/jp

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