Gesellschafter-Darlehen werden steuerlich riskanter

Gesellschafter einer insolventen GmbH können künftig Verluste aus eigenen Darlehen und Bürgschaften kaum noch steuerlich geltend machen. Das ergibt sich aus einer Gesetzesänderung 2008, wie der Bundesfinanzhof (BFH) in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil entschied. Rückwirkend gewährten die Münchener Richter aber Vertrauensschutz für die Zeit bis zur Veröffentlichung des Urteils. (Az: IX R 36/15)

Häufig schießen die Gesellschafter einer GmbH das notwendige Geld nicht in voller Höhe als Einlage zu, sondern gewähren stattdessen ein Darlehen oder bürgen für ein Bankdarlehen. Bei einer Insolvenz konnten die Gesellschafter Verluste aus solchen "eigenkapitalersetzenden Finanzhilfen" in ihrer eigenen Steuererklärung als "nachträgliche Anschaffungskosten" steuermindernd geltend machen.

2008 wurde das GmbH-Recht erheblich geändert. Nach dem Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen gelten solche Darlehen und Bürgschaften nur noch als nachrangige Forderungen gegenüber der Insolvenzmasse. Als Folge können entsprechende Forderungsausfälle nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten geltend gemacht werden, urteilte nun der BFH.

Erstmals in der Geschichte des obersten Finanzgerichts gewährte aber ein Fachsenat Vertrauensschutz. Danach werden eigenkapitalersetzende Darlehen und Bürgschaften bis zur Veröffentlichung des Urteils am 27. September 2017 noch nicht von der neuen Rechtsprechung erfasst. Auch im konkreten Fall konnte daher der Alleingesellschafter einer 2010 in die Insolvenz gegangenen GmbH noch auf die bisherige Rechtsprechung und Praxis vertrauen, entschied der BFH.